Elfjähriger Junge in Halver gerettet

Badeunfall in der Herpine: Jugendliche Retter (13) erhalten besondere Belohnung

Rettungsschwimmer, Herpine, Halver
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Die Rettungsschwimmer der Herpine waren Teil der Rettungskette am Samstag, die den Jungen gerettet hat.

Ein Kind (11) wurde am Samstag leblos aus dem Schwimmbecken gezogen. Zwei 13-Jährige fanden ihn und retteten ihn damit. Nun erhalten sie eine Belohnung.

Halver - Der Freundeskreis der Herpine und das Team des Waldfreibads wollen den 13 Jahre alten Kindern für ihr Eingreifen beim Badeunfall am frühen Samstagabend bis zum 18. Lebensjahr freien Eintritt in die Herpine in Halver schenken.

HerpineWaldfreibad
OrtHalver (Märkischer Kreis)

Badeunfall im Waldfreibad Herpine in Halver (MK): Junge (11) reanimiert

Gegen 18 Uhr hatten Vanessa Vogel und German Schönfeld, beide aus Lüdenscheid, den Elfjährigen im Schwimmerbereich entdeckt, der leblos unter der Wasseroberfläche trieb. Sie brachten ihn zum Beckenrand und waren dadurch der erste Teil einer Rettungskette der Schwimmmeister und Rettungsschwimmer, fachkundigen Badegästen und dem Rettungsdienst des Märkischen Kreises.

Vanessa Vogel und German Schönfeld aus Lüdenscheid waren die Lebensretter für einen Elfjährigen bei einem Badeunfall im Halveraner Waldfreibad Herpine.

„Unsere Rettungsschwimmer konnten den Jungen noch im Sanitätsraum reanimieren“, sagt Philipp Hutt, selbst Schwimmmeister und Geschäftsführer der Herpine-Betreibergesellschaft, im Rückblick auf den dramatischen Abend. Bereits kurze Zeit später konnte die Polizei vermelden, dass es dem Kind den Umständen entsprechend gut gehe.

Strafrechtliche Verfolgung unwahrscheinlich

Eine strafrechtliche Verfolgung mit Blick auf eine mögliche Verletzung der elterlichen Aufsichtspflicht schließt die Polizei mit ziemlicher Sicherheit aus, wie Dietmar Boronowski, Sprecher der Kreispolizeibehörde, auf Anfrage sagt. Nach jetzigem Kenntnisstand habe sich der Vater mit dem Elfjährigen und zwei noch kleineren Kindern im Bad aufgehalten.

Es könne sich durchaus nur um Sekunden gehandelt haben, in denen das älteste Kind ins Wasser geraten sei – und das eben ohne Schwimmkenntnisse im tieferen Wasser des Schwimmerbereichs. Dies nun zu verfolgen, halte er für eher lebensfremd, sagte Boronowski im Gespräch.

Keine 100-prozentige Sicherheit

Offen äußert sich auch Phillipp Hutt zum Badeunfall in der Herpine, der letztlich offenbar doch noch einen guten Ausgang genommen hat. Es könne keine 100-prozentige Sicherheit geben, sagt er. Und er kennt auch die Situation, die sich durch die Corona-Lage über die letzten anderthalb Jahre entwickelt hat: Viele öffentliche Bäder waren gar nicht oder höchst eingeschränkt in Betrieb. Der Schwimmunterricht an Schulen war ausgesetzt.

Drama im Freibad Herpine am Samstag in Halver: Zwei Kinder retten einen Elfjährigen.

Auch die DLRG musste ihren praktischen Ausbildungsbetrieb unterbrechen. Bei vielen Kindern und Jugendliche stellen sich damit automatisch Defizite ein. Ob das Auswirkungen auf den Badebetrieb für die Zukunft haben werde? „Ganz schwer einzuschätzen“, sagt dazu Phillipp Hutt.

Die Badegäste in der Herpine passen schon immer aufeinander auf.

Jana Eilhardt vom Freundeskreis Herpine

Wichtiger wird unter diesem Vorzeichen vielleicht ein anderer Aspekt, den Jana Eilhardt herausstreicht. „Die Badegäste in der Herpine passen schon immer aufeinander auf“, und das habe auch der Vorfall am Samstag gezeigt, als auch ein zufällig anwesender Arzt bei den Reanimationsmaßnahmen geholfen habe.

Auch um die beiden jungen Lebensretter wurde sich gekümmert: Unter den Besuchern war auch eine Notfallseelsorgerin, die sich der beiden Kinder angenommen habe, die ihre Geistesgegenwart nach ihrer Tat gleich noch einmal unter Beweis gestellt hatten. Zur Belohnung sollte es eine Portion Pommes geben. Und ein Getränk dazu handelten sie bei Schwimmmeister Rainer Hutt dann auch gleich noch aus.

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