Auch in Halver weniger Abhebungen

Zahlen mit Karte: Corona hat Trend verändert

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Annika Hein freut sich über die gelungene Neuanschaffung: Zahlen mit Karte ist in der Bäckerei Hosselmann seit Kurzem möglich.

Halver – Schnell die Bankkarte aus dem Portemonnaie ziehen, die Karte möglichst nah über das Terminal des Kartenlesegeräts halten und fertig ist der Bezahlvorgang. Nicht nur, aber auch durch die Corona-Krise wird die Kartenzahlung immer beliebter.

Dies trifft auch auf Halver zu, wie Sparkassen-Pressesprecher Thomas Meermann auf AA-Anfrage bestätigt. „Die Bargeldauszahlungen sind in den vergangenen Monaten stark zurückgegangen“, erklärt Meermann. In Zahlen ausgedrückt knapp ein Viertel weniger Abhebungen als im Vorjahr. Lediglich zu Beginn der Coronazeit war der Andrang auf die Geldautomaten hoch, so der Pressesprecher. Dafür hat Meermann auch einen Grund parat: „Wie beispielsweise auch beim Klopapier hatten die Leute vielleicht Angst, kein Geld mehr zu erhalten, und haben deswegen mehr abgehoben.“ 

Erst viel Bargeld, dann weniger

Dieser Trend flachte aber bereits im März nach wenigen Wochen ab. Seitdem nehmen die Auszahlungen an den Automaten ab. Dies bestätigt auch Thomas Sommer, Sprecher der Volksbank in Südwestfalen. „Dass die Zahl der Abbuchungen aufgrund von Corona zurückgegangen ist, liegt nahe. Da ist durchaus ein Trend zu erkennen und fällt auch im Freundes- und Bekanntenkreis auf.“ Auch Sommer selbst stellt bei sich einen Wandel fest: „Vor zehn Jahren habe ich den Wocheneinkauf noch in bar bezahlt, doch mittlerweile zahle ich mit Karte. Mittlerweile ist es einfach unkomplizierter.“ 

„Aus hygienischen Gründen war und ist die Kartenzahlung auch den Einzelhändlern sehr recht“, weiß Meermann, der auch selbst die Kartenzahlung bevorzugt und bei den Geschäften ein Umdenken in der Coronazeit festgestellt hat. „Mittlerweile gibt es wesentlich mehr Anbieter auf dem Markt, die eine Kartenzahlung zulassen.“ Als passendes Beispiel dient die Bäckerei Hosselmann, die ihre Filiale im Rewe-Markt an der Von-Vincke-Straße hat. Seit einem knappen halben Jahr ist bei dem Bäckereigeschäft die Kartenzahlung möglich. „Die Zahlungsart mit der Karte wird wirklich gut genutzt. Für uns und für die Kunden geht es auch schneller“, freut sich Verkäuferin Annika Hein über die gelungene Neuanschaffung, die auch weitere Vorteile mit sich bringt: „Wir müssen weniger Kleingeld zählen. Dadurch sparen wir auch ein Stück weit Arbeit am Ende der Schicht.“ 

Zudem seien durch die Möglichkeit der bargeldlosen Zahlung einige Kunden hinzugekommen, die nach dem Rewe-Einkauf doch noch ein Brötchen oder Teilchen mitnehmen, obwohl sie kein Kleingeld dabei haben. „Die Zahlungsart wird von Jung und Alt gleichermaßen genutzt“, so Hein. Auch beim an der Frankfurter Straße angesiedelten Handyreparaturladen „Let’s fix it“ ist bereits seit vergangenem November die Kartenzahlung möglich. Ein großer Unterschied zwischen Karten- und Barzahlung im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit stellt der Verkäufer nicht fest. 

„Bei höheren Geldbeträgen im dreistelligen Bereich zahlen die meisten Kunden mit Karte. Wenn es aber um einfache Reparaturen geht, wird meistens bar bezahlt. Das hat sich auch nicht in der Corona-Zeit geändert“, führt der Mitarbeiter aus. Beim Imbiss Spelsberg an der Frankfurter Straße ist hingegen weiterhin nur Barzahlung möglich. Nachfragen von den Kunden, ob sie auch mit Karte zahlen könnten, seien eher die Seltenheit. Hier gelte weiterhin das Motto „Nur Bares ist Wahres“.

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