Langsam wird wieder gereist

Reisebüro: Es gibt auch Positives in der  Krisenzeit

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Haben ihren Optimismus nicht verloren: Maja Gering, Susanne Dossmann und Andrea Heising (von links) vom Reisebüro Kattwinkel.

Halver – Die Zahl der Töpfe, in denen der Sand von den verschiedensten Stränden der Welt abgefüllt ist, dürfte im mittleren zweistelligen Bereich liegen. Von Mallorca über Kenia bis hin zum Golf von Salerno – eine beeindruckende Sammlung, die im Halveraner Reisebüro Kattwinkel steht.

Doch in diesem Jahr wird wohl kein neuer Sandtopf hinzukommen, die derzeit zu bereisenden Länder sind begrenzt. Vieles in diesem Jahr ist neu und einfach anders – dies wird allein beim Blick auf die Arbeitskräfte der Reisefachleute deutlich, denn eine Spuckschutzwand ist schon seit mehreren Wochen installiert und zählt mittlerweile zum Alltag. Corona machte vielen Reiselustigen einen Strich durch die Rechnung – allerdings kommt die Reiselust bei einigen Leuten langsam wieder zurück. „Es läuft langsam wieder an. Zurzeit sind vor allen Dingen die Reisegebiete Mallorca, Griechenland und Fuerteventura beliebt. Aber auch die Nachfrage für die Ostseeküste ist vorhanden“, freut sich Maja Gering, die seit drei Jahren beim Reisebüro an der Bahnhofstraße arbeitet und eine langjährige Berufserfahrung mitbringt.

Derzeitige Situation komplettes Neuland

Die derzeitige Situation ist aber auch für Gering komplettes Neuland. „Vielen Leuten merkt man die Verunsicherung an. Kunden, die sich unsicher sind, buchen ihre Reise auf das nächste Jahr um. Zudem haben wir natürlich viele Stornierungen.“ Zudem haben die Kunden viele offene Fragen bezüglich der Ein- und Ausreise in ihr Urlaubsland. „Wir bekommen auch nahezu täglich neue Informationen, mit denen wir unsere Kunden versorgen. Wir halten auch Kontakt zu den Botschaften vor Ort und fragen nach.“ Es gibt allerdings Licht am Ende des Tunnels: Beispielsweise können nach Monaten der Sperre wieder Busreisen gebucht werden und auch die Aida-Flotten nehmen ab August langsam wieder Fahrt auf. 

Bedingt durch die derzeit noch laufende Kurzarbeit haben die Angestellten des Reisebüros auch viel zu tun und sind dementsprechend voll ausgelastet. „Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir weiterhin arbeiten können. Andere Firmen haben 100 Prozent Kurzarbeit“, sieht Büroleiterin Susanne Dossmann auch einen positiven Aspekt. 

Zudem würden einige Kunden jetzt erkennen, dass eine Reisebuchung über ein Reisebüro auch in Zeiten der Onlinebuchungen viele Vorteile mit sich bringt. „Wir sind direkt für die Leute vor Ort als Ansprechpartner da“, weist Susanne Dossmann darauf hin, dass die oftmals zähe Warterei bei Hotlines bei ihnen vor Ort entfällt und der direkte Kontakt zum Kunden doch oftmals seine Vorteile mit sich bringt. Vielleicht wird dadurch auch spätestens im nächsten Jahr die Zahl der Sandtöpfe wieder in die Höhe gehen.

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