Fassungslosigkeit und Enttäuschung im Ausschuss

Vor der langen und teils hitzig geführten Diskussion sahen sich die Mitglieder des Sport- und Freizeitausschusses den Boden in der Turnhalle der Ganztagsschule an. Dabei konnten sie ein Stück des Bodens in die Hand nehmen. ▪ Ruthmann

HALVER ▪ Enttäuschung, Hilflosigkeit, Fassungslosigkeit – mit diesen Worten ließen sich am Donnerstag die Gemütszustände der meisten Mitglieder des Sport- und Freizeitausschusses beschreiben, als es um das Thema „Boden der Turnhalle in der Ganztagsschule“ ging.

Denn wohl die meisten waren davon ausgegangen, dass nach dem Gutachten alles noch im vertretbaren Bereich sei und ein neuer Hallenboden lediglich ein Wunsch ist. Das war aber definitiv nicht so: Auch wenn das Gutachten, das erst kurz zuvor im Rathaus eingegangen war, dem Gremium nicht vorgelegt wurde, so musste Thomas Gehring doch bekanntgeben, dass der „Kraftabbau“ des Bodens – der Schwerpunkt in dem Gutachten – zwar, wie bereits berichtet, die EU-Norm erfüllt, nicht aber die DIN-Norm.

Auch wenn FDP-Ratsherr Sascha Gerhardt von der Verwaltung wissen wollte, wie weiter strategisch vorgegangen werden könne: Eine Antwort darauf, was nun weiter passiert, hatte niemand. Auch nicht der Gemeindeversicherungsverband, bei dem es laut Bürgermeister Dr. Bernd Eicker dieses Problem bislang noch nicht gegeben habe.

Das Abklären mit den Versicherungsverbänden einerseits, aber auch Rückfragen beim Gutachter selbst führten dazu, dass der Bürgermeister die Expertise nicht veröffentlichte – es wurden lediglich die Werte des „Kraftabbaus“ bekannt gegeben. Das wiederum führte nicht nur bei Gerhardt zu verständnislosem Kopfschütteln. Der Liberale hatte die Veröffentlichung gefordert und wollte dafür, falls notwendig, Nichtöffentlichkeit herstellen. Auch Dr. Sabine Wallmann (UWG) und Dirk Schmale, Vorsitzender des Stadtsportverbandes (SSV), wunderten sich über die „Geheimniskrämerei“. Da es in der Sitzung keine Angabe von weiteren Werten gab, forderte Wallmann: „Wir müssen weiter forschen, was zu tun ist!“ Wobei schon zu Beginn deutlich gemacht worden war, dass man zwischen Schul- und Vereinssport differenzieren müsse. Der SSV-Vorsitzende mahnte, dass man sofort handeln müsse, wenn es eine Risikosituation geben würde.

„Es gibt keinen Spielraum nach unten“, führte Mark Wallmann aus – der Ausschussvorsitzende Gerhard Clever hatte die Sitzung unterbrochen, um den SGSH-Vertreter zu Wort kommen zu lassen. Er habe mit Diplom-Ingenieur Peter Ott vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft telefoniert, der die DIN-Norm für Hallenböden mitaufgestellt habe. Schriftlich, so Wallmann weiter, dürfe Ott dies jedoch nicht mitteilen. Was wiederum bei einigen Ausschussmitgliedern zu verständnislosem Kopfschütteln führte. Wallmann habe von Ott allerdings die Zusage erhalten, die Aussage auch gegenüber dem Bürgermeister wiederholen zu wollen. Doch alles konnte den Bürgermeister nicht überzeugen, das Gutachten zu veröffentlichen.

„Man muss uns die Zeit geben, das Gutachten sorgfältig zu prüfen“, machte Eicker deutlich, dass es noch Klärungsbedarf geben würde. So zog schließlich auch Sascha Gerhardt seinen Antrag auf komplette Veröffentlichung zurück. Nun sollen Fragen zum Gutachten über den Boden in der Turnhalle der Ganztagsschule bis zur Hauptausschusssitzung am kommenden Mittwoch geklärt werden, so dass die Expertise dann veröffentlicht werden kann. Dies wurde auch so in einem Beschluss dazu festgehalten – dem alle Mitglieder des Sport- und Freizeitausschusses auch zustimmten. ▪ Det Ruthmann

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare