„Hände weg, sonst sind am Ende Ihre Hände weg“

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Das neue Jahr darf auf den Straßen lautstark begrüßt werden. Für Musik und Partys gibt es aber auch zum Jahreswechsel keine Ausnahme von der üblichen Nachtruhe.

HALVER - „Hände weg von Feuerwerkskörpern ohne Zulassung, denn sonst sind am Ende Ihre Hände weg!“ Mit derart markigen Worten warnt Klaus Dreisbach von der Bezirksregierung Arnsberg eindringlich vor dem Gebrauch von illegalen Feuerwerkskörpern. Doch auch die Verwendung von geprüften Raketen und Böllern birgt Gefahren. Und wie lange darf man eigentlich Böllern? Sind lautstarke Feiern zu Silvester erlaubt? Unsere Zeitung sprach mit der Halveraner Feuerwehr und der Polizei.

Mit einer langen Einsatz-Nacht rechnet der Leiter der Halveraner Feuerwehr Stefan Czarkowski: „Im Gegensatz zu den Weihnachtsnächten müssen wir zum Jahreswechsel sehr häufig ausrücken. Von den Einsätzen gehen geschätzte 95 Prozent auf das Konto von unsachgemäß verwendeten Feuerwerkskörpern.“ Häufig unterschätzten Jugendliche und junge Erwachsene die Wirkung ihrer Raketen. Aber auch leichtfertige Brandstiftung mit Feuerwerkskörpern käme immer wieder vor: „Das ist grundsätzlich kein Kavaliersdelikt, weder in der Silvesternacht noch sonst im Jahr“, warnt der Leiter der Feuerwehr. Auch kleinere Brände in Mülltonnen oder Containern könnten, neben der Strafanzeige, durch Einsatzkosten der Feuerwehr zu hohen Ersatzforderungen an die Verursacher führen. Wenn durch Rauch oder Feuer Menschen, Häuser oder Autos gefährdet werden, könnte eine Strafe noch drastischer ausfallen. Keine Sorgen müssten sich hingegen Zeugen machen. Sollte jemand in der Nacht ein Feuer sehen, sollte dies auch umgehend melden. Selbst bei irrtümlichen Brandmeldungen müssen die Zeugen nicht für den Einsatz aufkommen. Lediglich wenn die Feuerwehr wissentlich falsch alarmiert wurde, droht eine Buße.

Damit es gar nicht erst zu Bränden kommt, gibt der oberste Halveraner Feuerwehrmann noch einige Tipps. Dabei setzt er die Grundlinie für unsachgemäßen Gebrauch des Silvesterfeuerwerks weit unten an: „Alle Feuerwerkskörper nur draußen verwenden“, empfiehlt er eindringlich. „Auch sollte man sich selbst überprüfen, ob man denn aufgrund seines Alkoholspiegels noch wirklich in der Lage ist mit den nicht ganz ungefährlichen Gegenständen zu hantieren“, so Czarkowski weiter. Alle Raketen und Systemfeuerwerk sollten nur von einem sicheren Untergrund aus gestartet werden. „Zudem sollte man bei derzeitigen Windverhältnissen auch Böen mit einplanen und dementsprechend Abstand zu Häusern halten“, erklärt der Leiter der Feuerwehr. „Alles, was einmal entzündet wurde, auf jeden Fall liegen lassen, nicht anfassen oder sogar erneut entzünden.“

Auch Polizeioberkommissarin Michaela Götzel von der Halveraner Wache erwartet eine unruhige Nacht: „Bis 0 Uhr ist es meist recht ruhig, danach kommt es aber meist zu Streitigkeiten, Ruhestörungen und Körperverletzungen.“ Immer wieder komme es auch zu Verletzungen durch Böller und andere Feuerwerkskörper.

Wenn das neue Jahr auf den Straßen auch lautstark mit Böllern, Heulern und Kanonenschlägen begrüßt werden darf, gelte die normale Nachtruhe. Einen Freibrief für dröhnende Musik und angeheiterte Gespräche auf dem Balkon gebe es nicht. Der Heimweg sollte zudem mit Taxis oder zu Fuß erfolgen, zumindest wenn auch mit alkoholischen Getränken gefeiert wurde. Besonders in der Silvesternacht und am folgenden Morgen werde die Polizei verstärkt Alkoholkontrollen durchführen.

Von Sebastian Berndt

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