Häckseln statt Streuen beim Baubetriebshof

Martin Hedfeld, Christian Busch und Senel Zeki arbeiten derzeit am Lichtraumpofil. Nicht weiter als 50 Zentimeter dürfen Bäume und Büsche, die direkt an der Straße wachsen, in die Fahrbahn hinein ragen. -  Fotos: Domke

Halver -   Die Salzlager des Baubetriebshofs sind gut gefüllt. Rund 400 Tonnen lagern dort und warten auf Verwendung. Doch der Winter lässt auf sich warten. Genug zu tun haben die städtischen Angestellten aber trotzdem.

Von Friederike Domke

„Wir können uns jetzt um Aufgaben kümmern, die wir aus Zeitgründen bislang nicht erledigen konnten“, sagt Raimund Baytz, Leiter des Baubetriebshofs an der Elberfelder Straße. So stünde derzeit das Zurückschneiden von Gehölzen und Sträuchern im Stadtgebiet auf der Agenda seiner Mitarbeiter. Hinzu kämen Baumfällarbeiten und die regelmäßigen Aufgaben im Rahmen der Stadtreinigung. „Da kommt uns die milde Witterung im Moment sehr entgegen“, so Baytz weiter, zumal solche Arbeiten laut Gesetzeslage bis spätestens 28. Feburar abgeschlossen sein müssen.

Darüber hinaus laufen die Straßenflickarbeiten an verschiedenen Orten während des milden Januars weiter. „Dazu nutzen wir ein Kaltmischgut, das auch bei Minustemperaturen im Boden noch zu verwenden ist.“ Macht in „normalen“ Wintern Schnee und Eis dem Baubetriebshof zu schaffen, ist es derzeit vor allem die Masse an Regen, die die Mitarbeiter immer wieder auf den Plan ruft. „Wir hatten in letzter Zeit öfter Starkregen, der spült einiges weg“, so Baytz. Bachläufe und Durchflüsse müssen demnach von angeschwemmtem Unterholz befreit werden und auch die Abwasserpumpen streiken schonmal. „Entweder werden Fremdkörper in die Pumpen gespült oder die Pumpen können das ganze Wasser nicht mehr verarbeiten und geben dann den Geist auf.“

Bisher hatten die Mitarbeiter des Baubetriebshofes erst vier Wintereinsätze wegen Schnee, Eis oder Frost. „Das ist im Vergleich zu normalen Wintern extrem wenig.“ Es sei aber nicht so, dass er dem Winter hinterher trauere, „ganz im Gegenteil, ich persönlich brauche den Schnee nicht mehr.“

Trotzdem ist sich Raimund Baytz sicher, dass der Winter kommen wird. Und die Wettervorhersagen haben die Verantwortlichen an der Elberfelder Straße fest im Blick. Sobald die ersten Schneefälle oder Frostnächte, bei denen Glätte auf Straßen und Gehwegen droht, angekündigt werden, richten die Herren beim Baubetriebshof eine Rufbereitschaft ein. Die wird in verschiedenen Schichten von 4 Uhr morgens bis einschließlich 20 Uhr bereit zum Ausrücken sein. Eigentlich sei eine solche Rufbereitschaft während des gesamten Winters eingerichtet, aufgrund der langanhaltenden milden Temperaturen aber haben sich die Verantwortlichen dazu entschlossen, die Bereitschaft vorerst einzustellen.

Bei einem Wintereinbruch sind zudem ab 3 Uhr die beiden Einsatzleiter Raimund Baytz und Hans Jörg Ecks unterwegs, um die Arbeitsbereiche einzuteilen. „Wir arbeiten dann nach einer Prioritätenliste“, erklärt Baytz. Das heißt, Straßen für den Berufsverkehr und Gehwege beispielsweise zu Schulen haben Vorrang. „Jeder möchte, dass seine Straße zuerst geräumt wird.“ Trifft das nicht ein, werde auch immer mal wieder geschimpft, gerade wenn viel Schnee fällt, weiß Baytz.

„Egal wann der Winter über uns herein bricht, wir sind sofort einsatzbereit. Und wenn er doch nicht mehr kommt, haben wir auch so genug zu tun.“

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