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Husen Open: Golfspielen mal anders mit Kühen als Greenkeeper 

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Von: Florian Hesse

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Husen Open
Husen Open © Florian Hesse

Als das Handy bimmelt, bin ich im Wald. Wie meist samstags. Im oberen Hälvertal. Der Förster meines Vertrauens aus Heesfeld ruft an. Ob ich nicht mal beim Husen Open vorbeigucken wollte?

Halver - Das will ich. Seit Jahren bin ich neugierig, was immer im November auf den großen Wiesen südlich der B229 zwischen Ostendorf und dem alten Hof eigentlich genau passiert, wenn Volker Engels die Weiden umfunktioniert zum Golfplatz. Zehn Minuten nach dem Anruf bin ich also da.

Anfang November ist der Samstag für Volker und Anne Engels und rund 15 Freunde geblockt. Guerilla-Golf im Sauerland, und die Kühe von Thomas Wiethege gucken zu.

Husen Open
Husen Open © Florian Hesse

Das Sportevent verteilt sich in kleinen Gruppen auf den riesigen Flächen ein bisschen. Erst mal sehe ich nichts, aber dann die Gastgeberin, die dem anstehenden Abend mit Humor und Fassung entgegensieht.

„Du willst übers Husen Open schreiben?“, fragt sie. Ich räume den Sachverhalt ein, und ein bisschen erschließt sich mir im Gespräch die eigentliche Charakteristik des Turniers im tiefen Osten der Stadt.

Husen Open
Husen Open © Florian Hesse

Die nächste Gruppe, sagt sie, könne auch am Loch 19 sein. Konkreter wird’s auf Nachfrage. Loch 19 ist das Carport, wo die Teilnehmer zwischendurch rehydrieren können. Und auch ihre zweite Anmerkung lässt ahnen, dass beim Husen Open der Spaßfaktor der bestimmende ist. Wer nicht so gut zu Fuß ist, greift für die langen Wege von Loch zu Loch auf die beiden Aufsitzmäher zurück. Unten gucken die Kühe etwas desinteressiert. Von ihnen wird gleich noch die Rede sein.

Ich treffe Volker Engels mit Dirk Stuhldreher und Ralf Winkhaus am Loch 3. Das vierte liegt rund 150 Meter die Wiese hoch und scheint gut spielbar. Die Abschläge sitzen, und ich staune. Dass von keinem der Teilnehmer ein Whole in one zu erwarten ist, ist zwar erkennbar, aber es geht ordentlich vorwärts. Und hier findet man auch noch die Bälle.

Husen Open
Husen Open © Florian Hesse

Beim Thema Bälle sind wir wieder bei den Kühen, die nicht nur als Fanblock beim inzwischen übrigens 17. Husen Open eine Rolle spielen, sondern auch als Greenkeeper. Sie sorgen für die Bespielbarkeit der idyllisch gelegenen Anlage, indem sie das Gras kurz halten. Dabei erlaubt es das Reglement übrigens, dass Bälle nicht aus dem Kuhfladen herausgespielt werden müssen, sondern dem Fladen entnommen werden dürfen. Das wird auch von den Umstehenden begrüßt.

Problematischer ist der Platzzustand im oberen Teil des Parcours, der für die Kühe zurzeit nicht zugänglich ist, weil Sturm Ignatz ein paar Bäume in den Korridor zwischen Husen und Ostendorfwiese geworfen hat. Mit der Gruppe macht sich der Berichterstatter also auf den Weg dorthin und balanciert zwischen Eichen- und Fichtenkronen in Richtung Loch 6. Begehbar ist der Abschnitt ungefähr so gut wie eine Kyrill-Brache. Jäger wissen jetzt, was ich meine.

Husen Open
Husen Open © Florian Hesse

Die große Wiese unterhalb der Schule ist die letzte Bahn mit journalistischer Begleitung und das Gras beträchtlich höher. Darunter leidet die Qualität des Spiels ein wenig. Von „Geländegewinnen“ sprechen die Golfkameraden tröstend, wenn die Murmel es gerade mal sieben Meter schafft, und Volker Engels büßt allein auf diesem Abschnitt drei Bälle ein, die sich im hohen Gras nicht mehr finden lassen. Am späten Nachmittag im November wird es zudem nicht mehr richtig hell.

Der Berichterstatter biegt jetzt ab und geht nach Hause, das Team spielt sich zurück durch den Laubwald Richtung Husen, wo traditionell die abschließende Turnierbesprechung im Kuhstall stattfindet. Für die Einladung dazu bedanke ich mich auch an dieser Stelle ausdrücklich, habe aber unterwegs genug mitbekommen, um zu ahnen, dass mein Sonntagsdienst am Folgetag durchaus in Gefahr geraten könnte.

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