Großer Schaden für die Natur

Gülle in Richtung Neyetalsperre abgelassen

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Die Löschzüge Stadtmitte und Buschhausen der Freiwilligen Feuerwehr wurden nach Kotten gerufen, konnten jedoch in diesem Fall nichts tun.

Halver - Rund 1700 Kubikmeter Gülle sind von einem Bauernhof in Richtung Trinkwassersperre Neye geflossen. Der Schrecken war bei Tobias Feckinghaus groß, als er am Mittwochmorgen auf seinen Hof in Kotten kam: Ein unbekannter Täter hatte offensichtlich eine Verlängerung ans Abfüllrohr des 5600 Kubikmeter großen Güllebehälters angebracht und den Schieber geöffnet.

Die sofort alarmierte Feuerwehr, die mit vier Fahrzeugen und rund 20 Mann von den Löschzügen Stadtmitte und Buschhausen ausrückte, konnte nichts ausrichten. Zumal Vertreter des Wupperverbandes, die am Mittwoch ebenfalls vor Ort waren, bereits an einem Sperrwerk Schaumbildung und eine dunkle Verfärbung festgestellt hatten.

Die Spuren sind deutlich sichtbar, nicht nur auf der Wiese talwärts, sondern schon am großen Behälter – aus dem Unbekannte etwa 1700 Kubikmeter Gülle laufen ließen, in Richtung Trinkwassertalsperre Neye.

Neben den Vertretern des Wupperverbandes, die einige Bodenproben nahmen, war auch Thomas Langenbach von der Unteren Wasserbehörde des Märkischen Kreises in Kotten, um sich ein Bild von der Schadenslage zu machen. Langenbach hatte aufgrund der Angaben von Landwirt Feckinghaus die Kriminalpolizei verständigt, die nun den Fall untersuchen soll.

Dunkle Güllespur zog sich vom Hof ins Tal

Dabei war oberflächlich alles deutlich sichtbar: Von dem großen Betontgüllebehälter des Hofs in Kotten zog sich eine dunkle, fast schwarze Spur über die Wiese in Richtung Tal, wo sich dann die Neyetalsperre befindet. Ob die Kripobeamten allerdings verwertbare Hinweise erhielten, die zur Klärung beitragen können, bleibt abzuwarten.

Ein kaum abzuschätzener Schaden für die Natur

Sicher ist jedoch, dass ein kaum abzuschätzender Schaden entstanden ist, für die Natur und insbesondere für die Trinkwasserversorgung, zur der die Neyetalsperre genutzt wird. Derzeit könne man nur auf die Reinigungskräfte der Natur hoffen: „Es müsste viel regnen“, war von den Experten zu hören.

Fremdflüssigkeit in Traktoren-Zusatztanks

Eine rötliche Flüssigkeit wurde in die Zusatztanks von zwei Traktioren gekippt.

Schaden ist aber auch dem Landwirt entstanden, neben dem Verlust der Gülle. Der oder die Täter haben in die Zusatztanks von zwei Traktoren, die Mittel für die Rußpartikelfilteranlage enthalten, irgendeine unbekannte Flüssigkeit eingefüllt. „Wir müssen die gesamt Anlage nun durchspülen“, sagt Tobias Feckinghaus. Dies mag bei einem Traktor ausreichen, der andere sei bereits kurz gelaufen, ehe er das Einfüllen der rötlichen Fremdflüssigkeit festgestellt habe, erklärt der Landwirt. Ob und wie sich das auf den Motor des Fahrzeugs auswirkt, muss noch überprüft werden.

Angst vor Anschlag auf die Milchkühe

Wer Feckinghaus so übel mitgespielt hat, kann der Landwirt derzeit nur vermuten. Große Sorge macht er sich nun auch um seine Kühe und die Milch. Es könnte sein, dass der oder die Täter den Kühen etwas gespritzt haben und dadurch die Milch verseucht ist. Daher muss nun auch die Milch untersucht werden, ob sie irgendetwas Fremdes beziehungsweise Schadhaftes enthält. Rund 15.000 Liter davon, so schätzt der Halveraner Landwirt, sind dadurch dann wahrscheinlich verloren. - Von Det Ruthmann

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