Gülle-Ausbringung ist Regeln unterworfen

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Schilderten ihre Sicht der Dinge: Landwirte und Kammerrepräsentanten zum Thema „Gülle-Taxis“.

Halver - Es ist den Landwirten der Region erkennbar wichtig, ihre Sicht der Dinge zum Thema „Düngung mit Rindergülle“ darzulegen. So war am Donnerstagnachmittag auf dem Hof Pastoors in Ober-Hövel ein Pressetermin anberaumt, zu dem sich Experten der unterschiedlichsten Fachrichtungen einfanden.

Ludwig Krämer, Geschäftsführer des Landwirtschaftlichen Kreisverbands Märkischer Kreis, Marius Bussmann, Wasserberater der Landwirtschaftskammer, dazu der Hofherr Stefan Pastoors, Thomas Wiethege, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbands Halver und Thomas Apelt, Landwirt aus Halver und Sprecher der Bauern hatten sich versammelt.

Die Gülle-Lkw mit niederländischen Kennzeichen, die im vergangenen Jahr zum ersten Mal auftauchten, beunruhigen die Menschen der Region, und Thomas Wietheges Anliegen und das seiner Kollegen sieht so aus: „Wir sind unzufrieden, dass die Angelegenheit ins Zwielicht geraten ist und der Einruck erweckt wird, als geschähe etwas Unrechtes.“ Wiethege betonte, dass die Ausbringung von Gülle strengen Regeln unterliege: „Für jede Kuh, die in einem Betrieb gehalten wird, muss der Nachweis erbracht werden, dass die entsprechende Fläche vorhanden ist, für Futter und eben auch Ausscheidungen.

So seien zwei Kühe pro Hektar zugelassen, der Gülleanfall pro Kuh betrage rund 20 Kubikmeter pro Hektar. Zwei Liter pro Quadratmeter würden allerdings auch von einer Kuh auf der Weide ausgeschieden: „Aber das wird von den Menschen anders betrachtet.“ Dies alles sei Ersatz für künstlichen Dünger und werde seit Jahrhunderten so praktiziert.

Der Handel mit Gülle werde unter Nachbarn immer schon in gegenseitigem Geben und Nehmen praktiziert: „Das ist nichts Dramatisches, wenn man sich an die gesetzlichen Bestimmungen hält.“ Die Kontrollen seien dabei sehr engmaschig. Darüber hinaus seien die Landwirte selbst bemüht, verträgliche Zeiten zur Ausbringung von Gülle zu nutzen, was im Hof Pastoors mit eindrucksvoller Lagerkapazität zu beobachten sei.

Die holländische Agarwirtschaft sei zum einen hervorragend und zum anderen mit „Gülle-Taxis“ besser darauf eingerichtet, Tierausscheidungen zu verteilen. Thomas Wiethege: „Gegenüber der Massentierhaltung haben unsere kleineren Landwirtschafsbetriebe die Möglichkeit, über die Tierhaltung zu wachsen.“ Thomas Apelt betont, dass auch Gülle aus Holland oder dem Münsterland wertvoller Nährstoffdünger sei, und einig sind sich die Experten darin, dass es sich in Halver um Einzelfälle handelt. Doch Thomas Apelt sagt auch: „In der Regel richtet das der Markt, und das wird zwischen Daumen und Zeigefinger entschieden.“

Die Fachleute verwiesen auf eine Gülle-Börse, die es inzwischen samt Garantien gebe und plädierten dafür, die Gülle-Taxis und ihren Inhalt nicht zu verteufeln. - Von Christa Knitter

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