Warten auf Untersuchungsergebnisse

Gülle: Kein Trinkwasser aus der Neyetalsperre

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Symbolbild

Halver - Zwei Kriminalbeamte haben am Mittwoch die Ermittlungen auf dem Hof von Tobias Feckinghaus in Kotten aufgenommen, sich ein Bild gemacht und Fotos geschossen. Ermittelt wird wegen Gewässerverunreinigung in Verbindung mit Sachbeschädigung.

Von Det Ruthmann

Rund 1700 Kubikmeter Gülle waren am Mittwoch aus einem Behälter talwärts in den Neyebach gelaufen und damit in die Talsperre gelangt. Diese werde allerdings nicht mehr zur Trinkwasserversorgung genutzt, heißt es von Seiten des Wupperverbandes, der die Talsperre für die EWR GmbH in Remscheid betreibt.

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„Das werden sehr schwierige Ermittlungen“, weiß Polizei-Pressesprecher Dietmar Boronowski. Die Kripobeamten würden nun den Landwirt als Geschädigten und Zeugen noch einmal vernehmen und im Wohnumfeld ermitteln. Es soll versucht werden zu klären, ob und wer den Schieber des Abfüllrohrs des Behälters geöffnet hat und so ermöglichte, dass Gülle in Bach und Talsperre fließen konnte.

Vertreter der Unteren Wasserbehörden vom Märkischen Kreis und Wuppertal sowie der Landwirtschaftskammer hatten sich ebenfalls ein Bild von der Schadenslage gemacht, ebenso Fachleute der EWR GmbH und des Wupperverbandes.

Es wurden sofort Proben genommen

Wie vom Wupperverband mitgeteilt wird, wurden sofort Proben genommen und weitere werden folgen, um die Auswirkung der Gülle-Einleitung auf den Bach und die Talsperre zu ermitteln.

„Die Talsperre ist geschlossen“, sagt Susanne Fischer, Sprecherin des Wupperverbandes. Der Bach unterhalb der Talsperre erhalte derzeit kein Wasser. Der obere Neyebach sei arg in Mitleidenschaft gezogen, ebenso der Flachbereich seines Einlaufs in die Talsperre. Man müsse davon ausgehen, so Fischer, dass Klein-Organismen und Fische im Bach und im Einlaufbereich – wo Fische oft brüteten – die massive Gülle-Einwirkung nicht überlebt haben.

Der Wupperverband wartet jetzt auf die Untersuchungsergebnisse des Bergischen Wasserlabors, so die Sprecherin weiter, um diese aus- und bewerten zu können. „Dann wird entscheiden, wie weiter vorgegangen wird“, macht die Sprecherin deutlich, dass sich die Experten noch nicht einig sind, wie die Situation einzuschätzen ist. Dabei werde man auch die Frage klären, wann die Neyetalsperre wieder geöffnet werden kann. „Sehr lange geht das nicht“, sagt Fischer, denn es fließe nach wie vor Wasser in die fast volle Talsperre. Es wird aber betont, dass die Trinkwasserversorgung der bergischen Städte von dem Vorfall nicht betroffen ist.

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