Diskussionen im Ausschuss

Grundschule Oberbrügge: Zweizügigkeit bei Bedarf möglich

Grundschule Oberbrügge bisher mit einer Klasse pro Jahrgang.
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Grundschule Oberbrügge bisher mit einer Klasse pro Jahrgang.

Laut Schulentwicklungsplan besteht kein Bedarf an einer weiteren Klasse am Teilstandort der Regenbogenschule in Oberbrügge. Die Zahlen und Hintergründe stellte Kai Hellmann im Bildungsausschuss vor. Das sorgte jedoch für Unverständnis bei Oberbrüggern.

Halver/Oberbrügge – „Wir haben bis auf einige wenige Ausnahmen immer das Glück gehabt, dass es auch ohne Schuleinzugsbereiche geklappt hat, dass der allergrößte Teil der Schülerinnen und Schüler an der Schule aufgenommen werden konnte, an der das Kind hingehen möchte“, sagt Hellmann. Für den Teilstandort haben sich 29 Schüler angemeldet, 24 von ihnen kommen aus Oberbrügge. Die übrigen fünf wurden abgelehnt und besuchen den Standort am Pestalozziweg. Hintergrund ist, dass zwei Schüler die erste Klasse in Oberbrügge wiederholen und es aller Voraussicht nach zwei Zuzüge geben wird, die berücksichtigt werden müssen. Die Klasse hätte dann eine Stärke von 28 Kindern.

Nach Rücksprache mit dem Träger und dem Schulamt des Märkischen Kreises wurde entschieden, die, die nicht aus Oberbrügge kommen, abzulehnen. „Das kann vorkommen“, sagte Hellmann. Auch an der Lindenhofschule sei das möglich, am Hauptstandort der Regenbogenschule jedoch sei es unwahrscheinlich. Im nächsten Jahr rechnet die Stadt mit 175 Schülern. „Dann haben wir einen Peak erreicht“, sagte Hellmann.

Nach den Herbstferien, wenn die Anmeldungen angelaufen sind, werde man entscheiden, ob eine weitere Klasse gebildet werden kann, und wenn ja, wo diese gebildet wird. Die Absprache erfolgt mit den Schulleitungen und dem Schulamt.

Blick auf das neue Wohngebiet Schmittenkamp

Interessant sei, dass im Wohngebiet Neuer Herweg nur noch drei Kinder sind, alle anderen seien aus dem Grundschulalter herausgewachsen. Daher sieht Hellmann vorerst keinen zweiten Jahrgang in Oberbrügge. „Aber wir verbauen uns nichts“, betont er. Das sei jedoch keine Entscheidung, dass es in Oberbrügge nie zwei Züge, oder an der Lindenhofschule drei und am Hauptstandort der Pestalozzischule vier Züge geben wird. Auch mit Blick auf das neue Wohngebiet Schmittenkamp, betonte Thomas Gehring, sei man „immer gesprächsbereit, wenn sich mal eine Situation ergeben sollte“. Grundsätzlich aber, kommentierte Sabine Wallmann (UWG), dass es ohnehin eine schulinterne Aufgabe sei, dafür zu sorgen, dass die Verteilung ausgeglichen ist. Und dass für dieses Jahr Entscheidungen getroffen werden mussten, betonte auch der kommisarische Schulleiter der Regenbogenschule, Daniel Riegel.

Ein Bedarf ist „eindeutig da“

Britta Kattwinkel-Kiefer war zu Gast im Ausschuss. Sie führte den Ausschussmitgliedern aus, dass ihrer Meinung nach ein Bedarf „eindeutig da“ sei und durch das Wohngebiet Schmittenkamp weiter anwachsen werde. Den Bedarf begründete sie mit den Ablehnungen von Kindern in den vergangenen Jahren (2019: 9, 2020: 6 und 2021: 5).

Kattwinkel-Kiefer kritisierte das vor allem deswegen, weil die Kinder rund ums Bürgerhaus in Oberbrügge aufwachsen und leben, aber dann die Schule am Pestalozziweg besuchen müssen. Trotz Kita, Vereine und Geschwisterkinder. „Die Absagen haben sich rumgesprochen“, gibt die Oberbrüggerin zu bedenken und wünscht sich eine Kommunikation, die dahingeht, dass eine Chance besteht und die Zweizügigkeit nicht kategorisch abgelehnt werde.

45 Anmeldungen für zweite Klasse

Regina Büchmann sah die Anmeldungen für den Teilstandort in Relation und sagte, dass aus diesen keine zwei Klassen gebildet werden könnten. Auf Anfrage von Sabine Wallmann wurde klar, dass es mindestens 45 Anmeldungen bräuchte, um eine zweite Klasse in Oberbrügge zu eröffnen. Und vorerst sieht man diese Anmeldungen nicht.

Gerechnet werde, erklärte Hellmann, mit 1,5 schulpflichtigen Kindern verschiedener Altersgruppen pro Grundstück im Schmittenkamp. Sollte man tatsächlich auf so viele Anmeldungen kommen, wie es für zwei Züge braucht, wird es die Möglichkeit auch geben, sagte Gehring. Die andere Möglichkeit wäre, das Konzept der Schule zu ändern. Nämlich Klassen als Lerngruppen zusammenzufassen, ähnlich der Lindenhofschule, und die Jahrgänge nicht mehr klar abzugrenzen. Aber das steht derzeit nicht zur Debatte.

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