Grüne: Stadt soll zu Öko-Strom wechseln

Die Grünen in Halver wollen die Stadt zum Wechsel auf Öko-Strom motivieren. ▪ F. Zacharias

HALVER ▪ In welcher Form kann die Stadt ihre kommunalen Einrichtungen künftig mit Öko-Strom betreiben? Diese Frage will die Grünen-Fraktion in der nächsten Sitzung des Umweltausschusses am Dienstag beantwortet haben.

Den entsprechenden Antrag reichte Fraktionssprecher Karl-Friedrich Osenberg am Donnerstag an der Stadtverwaltung ein. „Da auch die Kommunen letztlich Stromverbraucher sind, muss auch dort darüber diskutiert werden, was man tun kann, um Risiken abzuwenden“, heißt es in dem Antrag vor dem Hintergrund der aktuellen Anti-Atom-Diskussion infolge der Katastrophe in Japan. Durch den Bezug von Ökostrom könne der Anteil, der aus regenerativen Quellen stammt, erhöht werden. Wenn es sich zudem bestätigen würde, dass Ökostrom sogar günstiger sein kann, als der aktuell bezogene Strommix aus Kohle-, Atom- und Ökostrom, „gibt es mindestens zwei Gründe, schnellstens zu handeln“, so Osenberg.

„Wir wollen nicht den ersten Schritt vor dem zweiten machen“, betonte Martin Halbrügge als Mitglied des Umwelt- und Abfallausschusses im Rahmen eines Info-Standes, den die Grünen gestern auf dem Wochenmarkt aufgebaut hatten. Das heißt: Ehe es zum konkreten Anbieterwechsel kommt, wolle man zunächst den aktuellen Tarif der Stadt erfahren und Alternativen ausloten. „Wir freuen uns auf jeden Fall schon auf die Diskussion über dieses Thema“, so Halbrügge. Und das grüne Ratsmitglied Matthias Clever betont, dass eben nicht nur Privatleute, sondern auch Kommunen handeln könnten, um regenerative Energien zu nutzen und damit auszubauen.

In einer ersten Stellungnahme zum Antrag der Grünen-Fraktion verwies Kämmerer Markus Tempelmann jedoch auf die bereits von der Stadt geleistete Zwangsabgabe im Zuge des Erneuerbare-Energie-Gesetzes (EEG), die auch beim Bezug des konventionellen Stroms gezahlt werden müsse: Dadurch würde man regenerativen Energien in diesem Jahr mit 43 000 Euro fördern. „Das sind mehr als 20 Prozent unserer Gesamtstromkosten“, so Tempelmann.

In Zeiten knapper Kassen müsse man sich gut überlegen, ob man bereit ist, höhere Kosten für Ökostrom in Kauf zu nehmen. Denn trotz noch ausstehender detaillierter Auflistung steht für den Kämmerer fest: „Teurer würde das Ganze auf jeden Fall.“ ▪ Frank Zacharias

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