Förderung vom NRW-Ministerium

Scheuerpfahl-Projekt beginnt: Vakt stellt die ersten Kunstwerke auf

Scheuerpfähle, Kunstverein Vakt, Halver
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Erster Ort: Am Sportplatz in Schwenke wurde die erste Skulptur aufgestellt.

Es ist das derzeit größte Kunstprojekt in Südwestfalen, das von Ehrenamtlichen initiiert wurde: die Scheuerpfähle fürs Volmetal. Der Kunstverein Vakt aus Halver setzt diese Idee mithilfe einer Förderung um. Am Freitag wurden die ersten Kunstwerke aufgestellt.

Halver - Auf dem Sportplatz in Schwenke beginnt das Projekt. Dort haben die Verantwortlichen am Freitag den ersten Scheuerpfahl platziert. Die Idee dahinter: Die Pfähle sollen als Landmarken auf interessante und auch konfliktträchtige Punkte aufmerksam machen.

Und das nicht nur in Halver: Geplant sind bis zu 25 solcher Kunstwerke in den vier Kommunen Oben an der Volme. Meinerzhagen, Kierspe und Schalksmühler erhalten neben Halver nach und nach ihre Scheuerpfähle. Das Projekt erstreckt sich entlang des Wanderwegs X20 im Volmetal. Auch der zweite Pfahl wurde am Freitag bereits platziert: in Oeckinghausen.

Erste die Skulpturen, dann die Standorte

„Wir haben uns erst die Standplätze ausgesucht, nachdem wir die Skulpturen gesehen haben“, erklärt Schloten-Walther die Wahl des Ortes, an dem der erste der 20 Scheuerpfähle sein neues Zuhause gefunden hat. Passend dazu erhielt die Skulptur auch einen Namen: „Wir haben ihn ‚Der in die Ferne guckt‘ genannt, weil er hier so eine tolle Aussicht hat.“ Drei Monate lang hat Vakt-Mitglied Manfred Fürth an der Skulptur gearbeitet. „Es ist das erste Mal, dass ich mit Sandstein gearbeitet habe. Ich habe damit einen Bauern in Arbeitskleidung entworfen. Das passt gut ins Sauerland.“ Vier Vorschläge hat er dem Kunstverein eingereicht, zwei davon wurden angenommen. Der zweite ist bereits in Arbeit. „Das sind Streichinstrumente, die ineinander verschlungen sind“, verrät der Künstler. Seine zweite Skulptur soll nach Fertigstellung vor der Schalksmühler Kreuzkirche aufgestellt werden.

Zweiter Ort: In Oeckinghausen wurde das Kunstwerk von Johannes Denda platziert.

„Der Weidewächter“ ist die zweite Skulptur, die am Freitag in Oeckinghausen auf der Wiese aufgestellt wurde. „Es ist ein etwa 45 Zentimeter großer Kopf mit finsterem Blick, der auf die Natur achten soll“, erklärt sein Schöpfer Johannes Denda. Der Kopf ist schon fast als Mahnmal zu verstehen, das die Bebauung der Wiesen mit neuen Industriegebieten anprangert.

Vakt agiert als Initiator und Träger des Projekts. Dem Verein war es wichtig, möglichst viele Akteure in das Projekt mit einzubeziehen. Und das ist dem Team rund um die Vorsitzende Karin Schloten-Walther auch gelungen. Neben den vier Kommunen sind zum Beispiel die Wirtschaftsjunioren aus Lüdenscheid mit im Boot. Sie haben die Schirmherrschaft über das Projekt übernommen und mit Kindern einen der Scheuerpfähle gestaltet. Unterstützt werden die ehrenamtlichen Initiatoren außerdem vom Fotoverein Halver, der die Dokumentation des Projekts übernimmt. Andere Vereine und Privatpersonen unterstützen die Aktion durch Mithilfe oder Spenden, so Karin Schloten-Walther. Zu den Förderern gehören die Sparkasse Lüdenscheid (auch zuständig für Halver und Schalksmühle) sowie der örtliche Rotary-Club. Mit einbezogen ist auch die Volkshochschule (VHS) Volmetal.

Knapp 50.000 Euro Fördermittel

„Diese Breitenwirkung war ein wichtiger Aspekt bei der Bewilligung der Fördermittel“, erklärt die Vakt-Vorsitzende. Denn ohne eine Förderung wäre die Umsetzung des Kunstprojekts in dem weiten Rahmen nicht möglich. Knapp 50 000 Euro – genau 49 020 Euro – erhalten die Ehrenamtlichen für das Projekt vom NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung. Ministerin Ina Scharrenbach hat den Förderbescheid aus dem Programm Heimatschecks bereits am 23. Dezember 2019 vor Ort in Halver überreicht. Scharrenbach wies bei ihrem Besuch auf die interkommunale und integrative Bedeutung des Projektes hin.

Manfred Fürth hat die erste Skulptur angefertigt, die im Rahmen der Scheuerpfahl-Aktion aufgestellt wurde. Sie wurde „Der in die Ferne guckt“ getauft.

Wegen der Corona-Pandemie ist es allerdings zu Verzögerungen bei der Umsetzung des Projekts gekommen, heißt es vonseiten des Kunstvereins. Doch nun können die ersten Pfähle aufgestellt werden. Los ging es am Freitag auf dem Sportplatz in Halver-Schwenke mit dem ersten Scheuerpfahl.

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