"Vorgehen nicht hinnehmbar"

Große Menge Innereien im Wald abgelegt

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Verärgert die Jäger: Fleisch beziehungsweise Fleischabfall, offen ausgelegt im Wald.

Halver - „Das gehört da nicht hin.“ Bernd Volkenrath, Leiter des Hegerings Halver, findet deutlich Worte zu einem Bild des Allgemeinen Anzeigers, aufgenommen im Wald im Grenzbereich zu Lüdenscheid.

Der Fachmann erkennt darauf Magen, Darm und Pansen, doch um was für ein Stück Wild oder sonstiges Tier es sich handeln könnte, ist in der Masse nicht zu erkennen, die im Hang zehn Meter neben einem Weg, rund 20 Meter in flacher Schussbahn zum nächsten Hochsitz liegt. Für Rehwild allerdings sei es deutlich zu groß.

Er werde das Thema im Kreis der Jägerschaft in Kürze ansprechen, kündigt er an, „und ich scheue da auch kein offenes Wort“, schiebt er hinterher. Denn unabhängig davon, ob das Fleisch nur illegal entsorgt oder aber als Köder benutzt worden sei, sei ein solches Vorgehen aus waidmännischer Sicht nicht hinnehmbar.

Rückführung unterliegt klaren Regeln

Richtig sei, dass erlegtes Wild auch dem Kreislauf der Natur wieder zugeführt werden könne. Dies unterliege allerdings klaren Regeln. Um beispielsweise Füchse anzulocken, werde Wild aber nicht offen ausgelegt, sondern abgedeckt oder eingegraben. Von „Anludern“ sprechen die Jäger in einem solchen Fall. Spezielle Luderrohre beispielsweise verhindern, dass andere Tiere an das ausgelegte Fleisch kommen. Verwendet werde aber keineswegs Fleisch von Schwarzwild.

Ob es im Fall des jetzt ausgelegten Fleisches und der Innereien Ziel gewesen sei, auch Wildschweine zu ködern, will Volkenrath nicht beurteilen. Auch Schwarzwild benötige tierisches Eiweiß, das es sich sonst verschaffe, wenn es das Erdreich umpflüge und dort nach Engerlingen und ähnlichem spüre – und dabei erhebliche Schäden anrichten könne. Doch auch das Locken von Wildsauen, die Jäger sprechen hier vom „Ankirren“, unterliege strengen Richtlinien, sei anmelde- und genehmigungspflichtig und erfolge mit Mais.

"Hier ist die Welt eigentlich in Ordnung"

Ärgerlich sei der Fund im Wald aus Sicht der Jäger auch insofern, weil er die jahrelangen und erfolgreichen Bemühungen konterkariere, den Bürgern und insbesondere jungen Menschen die Liebe zur Natur, den Sinn von Jagd und Hege nahezubringen. In Halver sei dies seiner Einschätzung nach auch gelungen. Es gebe kaum Vandalismusschäden, „hier ist die Welt eigentlich in Ordnung“.

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