Große Apfelernte bleibt in diesem Jahr aus

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Teresa Schabo und Fabian Brunsmeier nahmen die Äpfel entgegen und lagerten sie auf einem Lastkraftwagen. Das Obst brachte schließlich 1231 Kilogramm auf die Waage.

Halver - Mit dem Apfel fing alles an – und noch immer ist die runde Frucht eines der Aushängeschilder der Heesfelder Mühle. Der naturreine Apfelsaft hat sich längst als Marke etabliert. Am Samstag lieferten daher wieder Obstbaumbesitzer aus Halver und Umgebung ihre Apfelernte an der Mühle ab.

Von Lisa-Marie Weber

Und trotz des schlechten Erntejahres brachten Boskop, Ontario & Co. schließlich 1231 Kilogramm auf die Waage.

Der große, gewohnte Ansturm blieb jedoch aus. Nur vereinzelt kamen die Obstlieferanten zur Heesfelder Mühle, darunter einige Stammkunden. In guten Erntejahren sind Wartezeiten von zwei bis drei Stunden üblich. Doch Organisatorin Gabriele Brunsmeier hatte sich mit ihrem Team diesmal schon auf eine ruhige Annahme eingestellt.

Schließlich sorgten der Spätfrost sowie die folgende Trockenheit und die lange Regenperiode für keine guten Reifebedingungen. Nachdem das vergangene Jahr einen enorm großen Ertrag bescherte, habe die Natur nun Gelegenheit gehabt, sich zu regenerieren.

Diese Höhen und Tiefen ist Brunsmeier gewohnt. 24 Jahre ist es her, als sie mit ihren Kollegen die Apfelsammlung startete. Sie erinnert sich, dass noch nichts rund um die Mühle renoviert war, als sie auf die hiesigen Landwirte zugingen.

Die hätten damals so viele Äpfel gehabt, dass sie kaum wussten, was sie damit machen sollten. Viele ließen sie einfach liegen. Und so kam es, dass sie mit dem Mühlenverein einen Abnehmer fanden. Sogar einen, der ihnen mit 15 Pfennig fürs Kilo das Doppelte des Marktpreises zahlte.

Doch auch damals hatten sie schon die Wahl zwischen Geld oder eben dem Saft. Gleichzeitig gingen die Bauern die Verpflichtung ein, nur ungespritztes Obst zu liefern. Bis heute muss jeder ein entsprechendes Formular unterzeichnen und auch mit Kontrollen rechnen. Gerade bei großen Mengen, sagt Brunsmeier, gucke der Verein genauer hin. Aber bis jetzt habe es nie einen negativen Zwischenfall gegeben.

Es sei alles damals noch provisorisch verlaufen. So nutzten sie einen Schuppen neben der alten Schule als Lager für den Saft. Weil der nicht frostsicher war, fror ein großer Teil kaputt. Brunsmeier und ihr Team machten weiter und von Jahr zu Jahr perfektionierten sie die Aktion, die mittlerweile auch Privatleute nutzen.

Doch einen Wunsch, den gebe es noch: Den Heesfelder Mühlenapfel als Lokalsorte anzumelden. Eine Sorte, die es scheinbar nur in Heesfeld gibt. „Er ist klein und wirklich sauer. Perfekt für guten Apfelsaft, denn der braucht Säure“, sagt Gabi Brunsmeier. Es würde dann ein genetischer Fingerabdruck erstellt und die Sorte offiziell eingetragen. Bis jetzt jedenfalls, habe man diese nirgendwo anders ausfindig machen können.

Wer über die Heesfelder Mühle Obstbaum-Hochstämme beziehen möchte, kann sich noch kurzfristig bei Gabi Brunsmeier unter Telefon 02353/137843 melden.

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