Großaufgebot bekämpft Wassermassen

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Schippe für Schippe wurden die 3500 Sandsäcke von den Einsatzkräften befüllt. ▪

OBERBRÜGGE ▪ Der Dauerregen der vergangenen Tage sorgte auch in Halver, genauer gesagt in Oberbrügge, für eine Ausnahmesituation bei den Einsatzkräften.

Denn ab Samstagmittag waren die Männer und Frauen der gesamten freiwilligen Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks und des Deutschen Roten Kreuzes im Dauereinsatz, um die Anwohner entlang der Volme im Kampf gegen das Wasser zu unterstützen. „Zu Spitzenzeiten waren rund 150 Kräfte im Einsatz“, machte Wehrleiter Stefan Czarkowski im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich – und gab zu, dass die Situation zwischenzeitlich wirklich ernst gewesen sei. Denn während die Kreisleitstelle in erster Linie mit dem stark betroffenen Nordkreis beschäftigt war, habe man sich in Halver zunächst selbst ein Bild von der Lage machen müssen. Das Thema Hochwasser sei in Halver nun einmal nicht permanent präsent. Und so wurde bereits am Samstagmittag ein Krisenstab im Feuerwehrgerätehaus an der Thomasstraße eingerichtet und gegen 13 Uhr Vollalarm für alle Löschzüge ausgelöst.

Bis dato war bereits die Löschgruppe Oberbrügge-Ehringhausen entlang der Volme im Einsatz gewesen, um voll gelaufene Keller leer zu pumpen, die Brücken zu kontrollieren und markante Stellen, die erfahrungsgemäß als erste betroffen sind, abzusichern. „Es war für mich schon erschreckend zu sehen, was für Treibgutmengen da unterwegs waren“, so Czarkowski, der zwischenzeitlich selbst vor Ort war. Vorrangige Aufgabe war es dann jedoch, Sandsäcke zu befüllen. „Das ist natürlich nicht alltäglich für unseren Bereich und war auch eine logistische Herausforderung“, so der Wehrleiter. Mit Hilfe der Raiffeisen-Genossenschaft sowie des Lieder-Baumarktes habe man im Laufe des Nachmittags 52 Tonnen Sand in 3500 Säcke geschaufelt – per Hand, versteht sich. Diese seien dann in Oberbrügge verteilt worden. Zwischenzeitlich habe sich die Situation dann zugespitzt, weil die Jubach-Talsperre in Kierspe überzulaufen drohte, was sich wiederum auf den Wasserpegel der Volme ausgewirkt hätte. Für die Anwohner der Siedlung Loewen wurde daher auch eine Hochwasserwarnung herausgegeben, die Polizei fuhr durch die Straßen und informierte per Durchsage die Anwohner. „Wenn das Wasser weiter gestiegen wäre, hätten wir die Häuser räumen müssen“, machte Czarkowski den Ernst der Lage deutlich. Auch die B54 musste zeitweise für den Verkehr gesperrt werden.

Die Prognosen für weiteren Dauerregen bewahrheiteten sich letztlich zum Glück nicht, so dass nach Mitternacht alle Einsatzkräfte – nach immerhin mehr als 12 Stunden – abrücken konnten. Der Wehrleiter lobte rückblickend die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten von Feuerwehr, THW, DRK (unter anderem für die Verpflegung zuständig), aber auch Stadt und Bauhof. „Das war schon eine Ausnahmesituation, die wir in diesem Umfang noch nicht gehabt haben.“ ▪ Kerstin Zacharias

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