Strom für 100 Haushalte

Größte Fotovoltaikanlage in Halver geht an den Start

Fotovoltaik, Reitverein, Stefan Heinrich, Halver
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Projekt mit viel Unterstützung: Das Ehepaar Carola Holz und Stefan Heinrich (rechts) installierte in Abstimmung mit dem Reitverein (Birger Giersiepen, links, und Thomas Degen, Mitte) sowie der Stadt Halver ein Sonnenkraftwerk. Bei der Installation half Elektro Panne aus Halver (Andreas Urban, 3. v.l.).

In Halver läuft seit dieser Woche die größte Fotovoltaikanlage der Stadt. Strom für 100 Haushalte werden erzeugt. Private Investoren stecken dahinter.

Halver – An der Karlshöhe ist seit Dienstag ein Sonnenkraftwerk am Start. Auf den Dächern des Reitvereins Halver hat das Ehepaar Carola Holz und Stefan Heinrich eine Fotovoltaikanlage errichten lassen. Innerhalb von vier Wochen wurde das Projekt, das seit 2018 in der Überlegung war, umgesetzt. Ab jetzt produzieren 1118 Module, die auf der rund 2000 Quadratmeter großen Dachfläche installiert sind, für die kommenden 20 Jahre 320 000 Kilowattstunden im Jahr – Strom für 100 Haushalte.

Klare Investition in die Zukunft

Stefan Heinrich ist Ingenieur des Ingenieurbüros Heinrich in Halver. Lange, sagt der Halveraner, habe er nach einem externen Investor gesucht. Weil er niemanden fand, entschied er sich mit seiner Frau, „es jetzt selber durchzuziehen“. 450 000 Euro nahm das Ehepaar dafür in die Hand. Eine klare Investition in die Zukunft für das Ehepaar in Zeiten des Klimawandels, wie er sagt.

Mehr als 500 Anlagen hat der Ingenieur überwiegend rund um Halver errichtet. Diese ist nun die zweitgrößte im Umkreis – aber die größte in Halver. Schöner, als die Anlagen zu errichten, sei es nur, sie selbst zu betreiben. „Die Sonne schreibt nun einmal keine Rechnung.“

E-Ladesäulen sollen folgen

Bei der Errichtung schien die Sonne nicht. Schnee, Eis und Kälte prägten das Wetter Anfang März, kurz nach der Entscheidung für die Anlage. Aufgrund des neuen Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) musste die Inbetriebnahme noch im März erfolgen. Am 1. März fiel die Entscheidung und in den folgenden vier Wochen gaben die Halveraner Gewerke alles, um die Anlage Ende des Monats in Betrieb nehmen zu können. Zeitnah sollen noch zwei E-Ladesäulen für Pkw und ein großer Stromspeicher installiert werden.

Die Technik steht versteckt hinterm Stall.

Grundstückseigentümer ist die Stadt, der Reitverein seit Jahrzehnten der Pächter. Eine Zustimmung für die Anlage sowie eine Pachtverlängerung brauchte es für die Umsetzung auch von Stadtseite. Bürgermeister Michael Brosch und Kämmerer Markus Tempelmann freuen sich über das Projekt. „Es ist eine Win-win-win-Situation“, sagt Tempelmann. „Für den Verein, die Stadt und das Klima.“ Brosch bezeichnet die Anlage als „Leuchtturmprojekt“. Ein „Riesen-Dankeschön“ ging daher in Richtung des Ehepaars.

Ziel: Klimawandel begrenzen

Rechnen wird sich die Investition in rund 15 Jahren für das Ehepaar, das jetzt die Dachfläche pachtet. Der Reitverein kauft einen geringen Teil für den Eigenbedarf, das Gros geht ins Netz. Vier Cent gibt es für jede Kilowattstunde. Es gibt die Überlegung, die Stadtwerke und die am Reitverein angrenzenden Mietwohnungen zu beliefern. Dafür war in den vier Wochen noch nicht genügend Zeit. Um Gewinnmaximierung geht es nicht, sagt Heinrich. Vielmehr sollten erneuerbare Energien vorangetrieben werden, um die negativen Auswirkungen des Klimawandels zu begrenzen.

Gut seien da die Pläne der Stadt: Den Größenrekord will Halver bald mit einer Fotovoltaikanlage an der Susannenhöhe überbieten, kündigt Tempelmann an.

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