Systematischer Trickbetrug aufgedeckt

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Halver - Mit einer Geschichte, die eigentlich zu grotesk war, um sie sich einfach auszudenken, haben zwei Trickbetrüger offenbar systematisch griechische Gastwirte abgezockt, darunter am 5. Oktober in Halver.

Weitere Tatorte lagen im Südlichen Ruhrgebiet, im Rheinland und in Norddeutschland. Ob mit den bekannten neun Tatorten bereits alle Fälle abgedeckt sind, kann die Polizei in Bochum noch nicht einschätzen. 

Klar ist aber: Die Schadenshöhe lag in allen Fällen bei mehreren tausend Euro. Zwei tatverdächtige Männer konnte die Polizei in der vergangenen Woche festnehmen. Sie baten die durchweg griechischen Wirte freundlich um einen kleinen Dolmetscherdienst, schildert die Polizei die Masche.

Einer von ihnen habe sich in der Gaststätte als Grieche namens „Niko“ vorgestellt und mit seinen guten Sprachkenntnissen das Vertrauen des Wirts erworben. Er sei Zahnarzt in Schweden, gab der Mann an, der in Wirklichkeit Mazedonier ist, und habe um einen kleinen Dolmetscherdienst gebeten. Er erwarte nämlich Besuch eines israelischen Geschäftspartners, der aber nur Deutsch spreche, und von dem er medizinisches Gerät erwerben wolle. 

Damit kam der Israeli ins Spiel, der im wirklichen Leben zwar Bulgare ist, aber seinen Auftritt offenbar bühnenreif inszenierte. Und in der Tat wickelten die Männer das Geschäft ab, zeigten sich aber unsicher, ob „Nikos“ hohe Banknoten denn auch echt seien, so die Schilderung. 

Zum Vergleich baten sie den Wirt, Vergleichsexemplare der Noten zu besorgen, und trafen sich dazu in der Wohnung des Gastwirts, so die Kenntnis der Polizei. Bei der weiteren Abwicklung wechselten die Scheine die Hände und Taschen, bis der rechtmäßige Besitzer mit wertlosem Papier zurückblieb. 

Der 69-jährige Bulgare und der 53-jährige Mazedonier wurden am vergangenen Dienstag an der A 46 festgenommen und sitzen seitdem in Untersuchungshaft.

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