„The Gregorian Voices“ ernten stehende Ovationen in der Nicolai-Kirche

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„The Gregorian Voices“ begeisterten in der Nicolai-Kirche.

Halver - Aus der Mystik des Mittelalters geleiteten „The Gregorian Voices“, die sich am Samstag in der evangelischen Nicolai-Kirche als Meister des gregorianischen Chorals entpuppten, ihre Zuhörer eindrucksvoll in die Gegenwart.

Angetreten, Gregorianik und Pop miteinander zu verbinden, fesselten die acht Sänger in Mönchskutten ihr Publikum in der gut besuchten Kirche mit einstimmigen gregorianischen Chorälen, orthodoxen Gesängen und Klassikern der Popliteratur. Bis ins 9. Jahrhundert reichten die mystischen Gesänge, die Bilder betender Mönche, dicker Klostermauern und tiefer Spiritualität vor Augen führten, zurück. Perfekt ausbalanciert, zogen die uralten Gesänge, die nichts von ihrer Kraft und Emotionalität eingebüßt hatten, in ihren Bann. 

Wie lebendig Gregorianik noch heute ist, bewiesen die Gesangssolisten im zweiten Teil des Konzerts, als sie berührende Ohrwurmmelodien von Stars wie Frank Sinatra, Rod Steward, Leonard Cohen, Simon & Garfunkel und vielen anderen ins Mäntelchen der nach Papst Gregor I. benannten liturgischen Gesänge kleideten. Mit stehenden Ovationen feierte das begeisterte Publikum die Bulgaren. 

Glückliches Händchen bei Programmauswahl

Wie bei der Zusammenstellung des Programms bewiesen sie auch bei den Zugaben – darunter „We are the world“ und „Thank you for the music“ – ein glückliches Händchen. Unter Leitung von Arsen Gyurov, der selbst diverse Solopartien übernahm, gelang Wasil Antov (Bariton), Dieyan Blisnakov (Tenor), Georgi Handzhiev (Tenor), Radostin Georgiev (Bass), Hristo Boshanov (Tenor), Andrey Pernishky (Bass) und Boris Kuettkov (Tenor) ein bemerkenswerter Spagat zwischen zwei Welten. 

In die Stille führte der erste Teil des Konzerts, der gregorianischen Chorälen wie „Ave maris stella“ (9. bis 12. Jahrhundert), „Adoro Te devote“ oder „Salve Regina“ vorbehalten war. Kein Mucks war zu hören, als das Oktett in ausgefeilter Intonation sein berührendes Gotteslob anstimmte. Jeder Beitrag inspirierte zu eigenen meditativen Gedankengängen.

Lied in Fantasiesprache

Mit „Ameno“ von Era, das nach Latein klingt, aber in einer Fantasiesprache gehalten ist, gelang der Sprung in die Moderne. Die bezwingende Kraft des mystischen Hits brachten die Sänger spannungsreich und dynamisch auf den Punkt. Eine Lieblingsmelodie nach der anderen stimmte das Gesangsensemble nach der Pause an, als mit der Zeit auch die Sprache wechselte und das Lateinische dem Englischen wich. 

Ein ums andere Mal entfalteten sich die kraftvollen, ausdrucksstarken Solostimme. Vielfach reichten die Sänger den Solopart innerhalb eines Liedes von einem zum anderen weiter. Mal berührend zart, mal stimmgewaltig drückten sie Liedern wie „Fields of gold“, „Knockin’ on heaven’s door“ und vielen anderen Klassikern der Popliteratur ihren ureigenen Stempel auf.

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