Stadt hat Graffiti-Problem im Griff

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Bunte Buchstaben zieren die Unterführung an der Hagener Straße. Da das Bauwerk zum Arbeitsbereich von Straßen.NRW zählt, ist die Stadt dort nicht für die Beseitigung der Verunreinigung zuständig.

Halver - Bunte Bilder und Schriftzüge an Häuserwänden spalten die Gemüter: Für die einen ist es Kunst mit Lackfarbe, für die anderen ist Graffiti eine lästige und teure Schmiererei, die das Stadtbild verschandelt. Auch in Halver sind „Künstler" mit Edding und Sprühdose unterwegs.

„Grundsätzlich sind Graffitis eine Sachbeschädigung, die auch zur Anzeige gebracht werden“, erklärt Klaus Ostermann vom städtischen Baubetriebshof. Er und seine Kollegen müssen eingreifen, so bald ihnen Lackfarbe auf öffentlichen Flächen gemeldet wird. „Das Problem hält sich in Halver stark in Grenzen. Probleme, dass ganze Straßenzüge und Häuserwände komplett zugemalt werden, haben wir nicht“, erklärt Ostermann.

Zwar würden die Mitarbeiter etwa alle zwei Wochen zu Reinigungsarbeiten im Stadtgebiet ausrücken, dies betreffe allerdings eher kleinere Verschandelungen. Primär seien das Schmierereien mit wasserfesten Eddings oder einzelne Schriftzüge – sogenannte „Tags“ – die die Mitarbeiter dann entfernen. Ein vollbiologisches Lösemittel gegen Lackfarben werde dabei eingesetzt. Dies würden sie kurz einwirken lassen, bevor sie – je nach Untergrund und Grad der Verunreinigung – mit Bürste oder Hochdruckreiniger die Lackfarbe entfernen. „Das ist in der Regel keine große Sache. Oftmals reicht, wenn einer unserer Mitarbeiter zu den jeweiligen Orten hinaus fährt“, weiß Ostermann zu berichten.

Einsatzorte in der Regel gleich

Die Einsatzorte seien immer wieder die gleichen: „An Bushaltestellen und am Schulzentrum verewigen sich gerne Jugendliche“, so Ostermann. Allerdings seien die meisten Buswartehäuschen heutzutage aus Glas, was für die Sprayer diese als Trägerobjekt ihrer „Kunst“ eher uninteressant mache. Vergleichbar verhalte es sich am Busbahnhof „Schulzentrum“, wo bereits vor vielen Jahren die Wartehäuschen mit bunter Graffiti-Kunst legal verziert wurden. „Damals sollte der Bereich bunter und schöner wirken. Es ist wirklich so, dass die Jugendlichen keine anderen Sachen übermalen, beziehungsweise dann fällt es nicht mehr so eklatant auf.“

Kurios sei für ihn allerdings, dass seit einigen Jahren regelmäßig das Ehrenmal im Hohenzollern-Park beschmiert wird. Dies passiere in der Regel immer einige Tage vor dem Volkstrauertag. Über die Herkunft der Täter wollte und konnte Ostermann aber nicht spekulieren.

"Viele können richtig gut zeichnen"

Persönlich hat der Baubetriebshof-Mitarbeiter eine positive Meinung über Graffiti, sofern sie professionell und gut gemacht ist: „Das ist für mich tolle Kunst, wenn es sich eben nicht nur um diese – meist schwarzen – Schmierereien handelt. Viele Jugendliche können auch richtig gut zeichnen, so dass manches Werk, auch illegaler Natur, richtig gut aussieht“, so Ostermann. Man dürfe nicht alle Graffiti-Sprüher in einen Topf werfen, so der Stadtmitarbeiter.

Lutz Eicker vom Ordnungsamt sieht „Graffiti“ ebenfalls als eher kleines Problem in Halver. „Es sind definitiv Einzelfälle. Bei politischen Schmierereien handeln wir sofort und entfernen die Sachen umgehend“, sagt Eicker. Er steht der Sprühkunst nicht ablehnend gegenüber: „Es gibt viele mit künstlerischem Talent. Und in der Stadt gibt es viele triste Flächen“, meint Lutz Eicker.

Stadt offen für neue Ideen

„Wer gute Ideen für eine künstlerische Verzierung hat, kann gerne in die Bürgermeistersprechstunde kommen und seine Vorschläge äußern. Wir haben für solche Anliegen und Veränderungen immer ein offenes Ohr“, betont der Ordnungsamt-Mitarbeiter.

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