Gospelfeuerwerk der „Albert Singers“

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Fotos: Salzmann

Halver -  Im doppelten Sinn hoben die Albert Singers am Sonntag das Dach der Nicolai Kirche bei ihrem umjubelten Benefizkonzert zugunsten des neu sanierten Kirchendachs an.

Von Monika Salzmann

Ein wahres Gospelfeuerwerks entfachten die Sängerinnen und Sänger in der gut besuchten Kirche unter Leitung ihres frisch gebackenen B-Jazz-und-Popchorleiters Matthias Ortmann. Tags zuvor hatte der Diplom-Sänger den berufsbegleitenden Lehrgang in sechs Phasen an der Bundesakademie Wolfenbüttel mit der Gesamtnote „Sehr gut“ abgeschlossen. Als Sänger, Chorleiter, Musiker (Piano und Bongo) und Komponist drückte Ortmann dem Konzert seinen Stempel auf. Eine reizvolle Note brachte Rudolf F. Nauhauser mit seinem virtuosen Saxofonspiel, bei zahlreichen Titeln Zünglein an der Waage, in den Nachmittag ein.

Ein Abstecher in die Klassik, zu Debussy und seiner Mondschein-Träumerei („Claire de Lune“) rundete seinen Beitrag zum Konzert. Mit kraftvollen Songs, bei denen im wahrsten Sinn des Wortes die Post abging, prüfte der stimmgewaltige Chor das neue Dach der Nicolai Kirche auf seine Standfestigkeit. Das Motto des Konzerts „Raise the Roof“ bezog sich einmal auf die Partystimmung, die sich im Nu breit machte, zum anderen auf die Sanierungsphase, bei der das Dach angehoben werden musste, um marode Balken auszutauschen. Der Titelsong „Raise the Roof“ stammte aus Matthias Ortmanns Feder. Mit tollen Solisten aus eigenen Reihen – voran Matthias Ortmann, Jemmellee Hantid, Rolf Hantschel, Arnd Clever und Vanessa Kerspe – und wunderbaren Musikern wie Manni Baumgart an der Djembe zelebrierten die Albert Singers ihr abwechslungsreiches, das Kirchendach hebendes Programm.

Eine Vielzahl neuer, zündender Songs („So viele wie noch nie“) hatte der prächtig aufgelegte Chor, mit Standing Ovations stürmisch gefeiert, im Repertoire. Geschliffene, sorgsam ausgearbeitete Arrangements zeugten von intensiver, ambitionierter Probenarbeit. Jeder Song – ob inniges Anbetungslied oder launiger Gospel-Pop-Song – war „aus einem Guss“, rund und stimmig im Klang, anrührend oder mitreißend in der Botschaft.

Viele Stilrichtungen brachte der Chor unter einen Hut. Von zarten, gefühlvollen Anbetungsliedern wie „Father“ über den Südstaaten-Song „Walking in Memphis“ – Erinnerung an Elvis, Graceland, Gospelmusik und mehr – bis hin zur Stippvisite in Afrika reichte die Spannbreite des Repertoires. „Baba Yetu“ – ursprünglich für ein Computer-Designer-Spiel komponiert und später vom Soweto Gospel Choir gesungen – war eines dieser „Granatenstücke“, mit denen der Chor brillierte.

Wunderschön auch „Awesome God“ und „Lord take away all hesitation“. Manche Überraschung hielt das Benefizkonzert für das begeisterte Publikum bereit. Ob sich der Chor nun dem „Engel“ der Neuen-Deutsche-Härte-Gruppe Rammstein (!) zuwandte oder Männer vom Himmel regnen ließ („It’s raining men“): Titel für Titel zeigten die Albert Singers ihre Klasse. Unter anderem bei Dieter Falk, an dessen Pop-Oratorium „Luther“ der Chor bei der Premiere am 31. Oktober in der Dortmunder Westfalenhalle teilnimmt, machten die Sängerinnen und Sänger bei den Zugaben Halt.

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