60 Jahre als Pfarrer aktiv - Karl Balkenhol feiert mit vielen Freunden

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Trotz seiner angeschlagenen Gesundheit ließ Karl Balkenhol es sich nicht nehmen, den Gottesdienst zu seinem diamantenen Priesterjubiläum selbst zu halten.

Halver - Der Gottesdienst in der Christus-König-Kirche wurde am Samstagabend zu Ehren eines besonderen Mannes gehalten: Mit rund 200 Gästen feierte der wohl bekannteste Pfarrer der Stadt, Karl Balkenhol, sein diamantenes Priesterjubiläum.

1933 in Bochum geboren, erhielt er 1959 seine Priesterweihe und arbeitete von 1983 bis 2006 in der Pfarrei Christus König. Wirklich zur Ruhe gesetzt hat er sich danach jedoch nicht. „Das ist wohl eher ein Unruhestand, denn immer, wenn es etwas zu tun gab, war er mit dabei“, beschrieb Pfarrer Claus Optenhöfel den Jubilar, der es sich nicht nehmen lassen wollte, den Gottesdienst selbst zu halten. Auch wenn es nicht ganz einfach für den ehemaligen Pfarrer war, der zurzeit auf einen Rollstuhl angewiesen ist. „Ich bin seit April im Krankenhaus, weil ich an der Wirbelsäule operiert werden musste“, erklärte er in der voll besetzten Kirche. Noch immer ist er dort zur Behandlung und kann nicht alleine gehen oder stehen. 

In der Christus-König-Kirche feierte Karl Balkenhol mit vielen Gemeindemitgliedern und Freunden.

In seiner Ansprache blickte er zunächst zurück auf seine 60 Berufsjahre: „Ich kam nicht durch eine Blitzeingebung von oben zum Priesterseminar, sondern durch großes Gottvertrauen“. Mit Freude und Dank blicke er zurück und ist sicher, dass es Gottes Wille war, der ihn nach Halver führte. Gerade seine Krankheit habe ihn noch näher zu Gott gebracht. „Mein Verhältnis zu Gott ist dadurch viel tiefer geworden“, weiß er und erklärte auch, dass vieles nicht immer so lief, wie er es sich gewünscht hätte, doch „im Nachhinein habe ich erkannt, dass alles genau so richtig war“. Von der Gemeinde erhielt Karl Balkenhol viel Applaus für seine offenen Worte. 

60 Prozent der Dienst in Halver gearbeitet

Lobende Worte: „Du warst der beste Chef, den man sich wünschen kann“, sagte Pfarrsekretärin Brigitte Hischer.

„60 Prozent deiner Dienstzeit von 60 Jahren hast du in Halver gearbeitet“, rechnete die zweite stellvertretende Bürgermeisterin Monika Ebbinghaus dem Jubilar vor. Was er für Halver bedeutet, konnte sie aus eigener Erfahrung berichten. Sie wurde von ihm getraut, anschließend taufte er ihre Kinder, hat sie später kommuniert und sie auch verheiratet. „Karl Balkenhol hat ein Stück Stadtgeschichte mitgeschrieben“, so Ebbinghaus. Stefan Czarkowski, Past-Präsident des Rotary-Club Meinerzhagen-Kierspe-Halver, in dem der Pfarrer seit 33 Jahren Mitglied ist, hob eine seiner typischen Eigenarten hervor: „Materielle Dinge scheinen für dich nie eine Rolle gespielt zu haben, es sei denn, du konntest sie sammeln und damit etwas Gutes tun“. 

Auch Pfarrsekretärin Brigitte Hischer, die 22 Jahre mit ihm zusammenarbeitete, steuerte einige Begebenheiten bei: „Als ich mich damals auf die Stelle als Pfarrsekretärin bewarb, gab er mir den Tipp ‚Sag, du interessierst dich ganz doll für EDV‘, obwohl ich keine Ahnung davon hatte“. Diesen Ratschlag befolgte sie zwar nicht, bekam den Job aber trotzdem. Gleich beim ersten gemeinsamen Pfarrfest bot ihr der Pfarrer bereits das „Du“ an, erinnerte sich Brigitte Hirscher. Doch sie lehnte ab. Ihre Eltern hätten ihr eingeschärft, dass eine so hochgestellte Persönlichkeit, wie der Herr Pfarrer, nicht geduzt werden darf. Erst zehn Jahre später kam sie auf das Angebot zurück. Die Reaktion war typisch für Karl Balkenhol: „Na, endlich wirst du vernünftig“. 

Im Anschluss feierten viele Gäste noch im Pfarrer-Neunzig-Haus gemeinsam mit ihm sein diamantenes Jubiläum.

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