Holger Brinkmann bietet eine virtuose Handvoll Blues

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Holger Brinkmann (links) und Rainer Humpert begeisterten die Gäste in der „Tanke“.

Halver - Die dunkle, markante Stimme ist sein Markenzeichen, feine Gitarrenarbeit sein Aushängeschild: Mit einer „Handvoll Blues“, berührenden Songs voller Wärme und Emotion, zauberte Sänger, Gitarrist und Songwriter Holger Brinkmann am Samstagabend in der „Tanke – Haare & Kunst“ eine intime, einzigartige Atmosphäre in den Raum.

Von Jakob Salzmann

Gemeinsam mit Gitarrist Rainer Humpert (Solingen) verwöhnte der Remscheider seine begeisterten Zuhörer, die sich nicht satt hören konnten an Blues/Soul und Zugabe um Zugabe einforderten, mit bekannten Titeln von Leonard Cohen („Hallelujah“) bis Buddy Guy („Feels Like Rain“) sowie zupackenden Eigenkompositionen, die trotz unverkennbar eigener Handschrift ihre Herkunft aus dem Blues nicht verleugnen konnten.

Mit seinem Akustikprojekt „Brinkmann & Friends“, das er seit rund zweieinhalb Jahren verfolgt, machte der sympathische Künstler in Halvers kleiner, feiner Spielstätte Furore. Mit Humpert als einem dieser „Friends“, sprich langjährigem Weggefährten, verstand er sich „blind“. Erstmals gab sich Brinkmann in der „Tanke“ die Ehre. Wie er zum Blues kam, was für ihn die Faszination Blues ausmacht, erklärte er seinen Zuhörern vorab. Mit vierzehn habe ihm sein Englischlehrer den Blues nahe gebracht, so der Remscheider, der im Frühjahr 2013 sein Debüt-Solo-Album „Remember You“ vorlegte. „Die alten Künstler haben mich tief beeindruckt. Ein Stück davon bleibt immer hängen“.

Manchen Titel zwängte Brinkmann, der sich auf die leisen und die kraftvollen, satten Töne verstand, geschickt in ein „blueseales Korsett“, wie er seine groovigen Bearbeitungen schmunzelnd nannte. Die bekannte Marc Cohn-Nummer „Walking in Memphis“ mit unüberhörbarer Anspielung auf Elvis Presley und seine Blue Suede Shoes gehörte dazu. Dem Soul, seiner zweiten großen Leidenschaft, zollte er mit „Sitting On The Dock Of The Bay“, einer seiner Lieblingsnummern, in der gut besuchten „Tanke“ Tribut. Schön, dass er auch unbekannte, aber wunderschöne Titel wie „Make You feel My Love“ von Bob Dylan aus dem Notensäckel zauberte. „Romantisch“, meinten begeisterte Zuhörer dazu.

Auf einer breit gefächerten Gefühlspalette spielten der Remscheider und sein kongenialer Begleiter virtuos. Mal heiter und beschwingt, mal melancholisch und versonnen erzählten sie Geschichten, die das Leben schrieb. „Zur Belustigung“ gab’s „Bei Mir Bist Du Schen“, frech und augenzwinkernd interpretiert. Kummer und Schmerz drückte „The Darkest Hour“, eine anrührende Eigenkomposition über eine dunkle Stunde im Leben, aus. Bei „Flip Flop And Fly“ griff Gerd Linnepe aus Schalksmühle mit seiner Blues Harp aktiv ins Konzertgeschehen ein.

Auch bei Gershwins „Summertime“, dem berühmten Wiegenlied aus „Porgy and Bess“ und meist gecoverten Jazzstandard aller Zeiten, avancierte der Schalksmühler zum Zünglein an der Waage. Klasse, wie zwanglos und locker das Zusammenspiel gelang. Alte und neue Titel mischten Brinkmann und Humpert geschickt zu einem spritzigen Gute-Laune-Programm. Klar, dass da jeder mehr hören wollte.

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