Halveraner Geflügelhof hat Hochsaison zum Jahresende

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Zwischen den weißen Weidegänsen marschieren auch dunkle, kanadische Graugänse auf dem Hof mit. Sie schützen die Jungtiere vor Krähen, die als Feind gelten.

Halver - Wenn sich das Jahr dem Ende zuneigt, wird es unruhig am Kreisch. Auf dem Geflügelhof Gieseker herrscht dann Hochsaison. Über das Geschäft mit der Gans, über freilaufende Weidegänse und die osteuropäische „Konkurrenz“, über Füchse und Krähen sprach unsere Redaktion mit Johannes Johanngieseker. 

Saisonbeginn ist auf dem Hof eigentlich zu St. Martin am 11. November. Zum Weihnachtsfest hin zieht die Nachfrage aber noch einmal deutlich an. Die Kundschaft nimmt für die in Freiheit aufgezogenen Vögel erhebliche Wege auf sich. Aus Remscheid, Lüdenscheid, Hagen, Kierspe, Meinerzhagen und Wermelskirchen – ein Umkreis von fast 50 Kilometern – kommen die Interessenten. Vielfach sind es Gastronomen wie die Familie Funke vom Haus Berkenbaum zwischen Halver und Kierspe. Das Restaurant ist ohnehin Johanngiesekers Geheimtipp, falls man bange sein sollte, die Gans selbst zuzubereiten. 

An Heiligabend und den Feiertagen wird sie auf Vorbestellung dort tafelfertig zum Abholen zubereitet. Dass die Gans ein Festmahl ist, das auch bezahlt werden will, erklärt der Züchter mit dem Aufwand, den man für die Weidegänse treiben muss. Wolle man ganz ohne Antibiotika die Aufzucht betreiben, „müssen die Bedingungen von Anfang an stimmen“, erklärt Johanngieseker den Unterschied zwischen der Haltung im Freien mit Getreidemast und Tieren aus Ungarn und Polen, mit denen er preislich nicht konkurrieren kann und will. Sie seien vielfach Vögel, die als Nebenprodukt anfielen. Das eigentliche Geld werde dort mit den Stopflebern verdient. 40 Euro pro Kilogramm betrage der Preis für die Leber. Die Gans an sich sei dort Nebenprodukt. 

Johannes Johanngieseker bedient mit den Weidegänsen von seinem Hof am Kreisch interessierte Kunden aus einem Umkreis von fast 50 Kilometern.

Anders sei das Gänseleben am Kreisch mit 15 Hektar Grünland und entsprechend Auslauf. Die Tiere seien muskulöser, das Fleisch fester, während die Import-Tiere ein Drittel bis die Hälfte an Substanz im Ofen verlören. 

Die Freilandhaltung birgt hingegen Risiken, die nie ganz auszuschließen seien. Vor einigen Jahren sei der Fuchs eingedrungen und hätte sich in einen Blutrausch gebissen. 200 Tiere in einer halben Stunde habe der Hof dadurch verloren. Und auch die Krähen sind eine Gefahr für die Jungtiere. Hier allerdings hilft der Hof sich selbst. Zwischen den weißen Gänsen, die irgendwann in den Topf wandern, marschieren auch einige schwarze mit. Die kanadischen Graugänse bieten den Jungtieren Schutz gegen die aggressiven Raubvögel.

Weitere Informationen zum Halveraner Hof gibt es unter www.gefluegel-gieseker.de.

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