Brachflächen-Reaktivierung reiche nicht aus

Gewerbeflächen in Halver werden knapp

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Gewerbegebiet Susannenhöhe: Rechts der Erschließungsstraße haben sich die Firmen Markes und Lynker neu niedergelassen. Auf der linken Seite lassen sich unterschiedliche Grundstückswünsche umsetzen.

Halver - Die Erschließung neuer Gewerbeflächen dürfte bereits im kommenden Jahr in die politische Diskussion rücken. Kämmerer Markus Tempelmann geht davon aus, dass die vorhandenen Reserven an der Susannenhöhe „schon für den mittelfristigen Bedarf nicht mehr ausreichen“.

Bereits in der ersten Jahreshälfte erhofft er Ergebnisse eines gemeinsamen Konzepts, das mit den Kommunen des Kreises und dem Märkischen Kreis selbst vereinbart ist. Noch könnte die Stadt Halver potenziellen Interessenten helfen. Von 86.000 Quadratmetern, die im Gewerbegebiet Susannenhöhe erschlossen wurden, sind immerhin noch 25.000 verfügbar. 49.000 Quadratmeter sind bereits verkauft, für 12.000 liegen Reservierungen vor. Bei den verbleibenden Flächen sei man in der Lage, auf Anfragen flexibel zu reagieren. Im Prinzip seien Grundstücksgrößen zwischen 2500 und 12.000 Quadratmetern möglich.

Gelände ist voll erschlossen

Daher sei es auch nicht sinnvoll gewesen, mit erheblichem Aufwand im Vorfeld das hängige Gelände zu nivellieren. Je nach benötigter Gebäudegröße erübrigten sich bei kleineren Vorhaben unnötige Erdbewegungen. Für neue Vorhaben gelte wie auch für die bereits erfolgten Bebauungen, dass das Gelände voll erschlossen sei, das heißt, dass keine versteckten Kosten für die Entwässerung mehr zu entrichten seien. Auch eine verbesserte Breitband-Anbindung sieht Tempelmann auf einem guten Weg.

"Der Flächenzuwachs ist einfach gegeben"

Dauerhaft sei seiner Einschätzung nach aber eine ausreichende Bevorratung mit Flächen notwendig. Alle fünf bis sechs Jahre sei eine Größenordnung von rund zehn Hektar erforderlich: „Der Flächenzuwachs ist einfach gegeben.“ Der Pro-Kopf-Verbrauch an Wohnfläche habe in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen. Für das Gewerbe gelte, dass der internationale Konkurrenzdruck die Automation und damit den Flächenbedarf der Industrie weiter vorantreibe. Das bedeute nicht zwangsweise mehr Beschäftigte, aber mehr Flächen, auf denen sie arbeiteten.

Brachflächen eher keine Option

Diesen Bedarf in ausreichendem Maß durch die Reaktivierung von Brachflächen zu befriedigen, hält er für eher unrealistisch. Dagegen sprächen zum einen rechtliche Probleme durch Immissionen, aber auch höhere Kosten, weil diese Flächen aufgrund von Altlasten häufig erst aufwendig zu sanieren seien.

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