Impfbuch-Kontrolle

Nach Masern-Fall: Schulverbot für Schüler

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Ein Masern-Fall am Anne-Frank-Gymnasium.

Halver - Nach einem Masern-Fall am Anne-Frank-Gymnasium in Halver wurden alle rund 830 Impfbücher von Schülern und Lehrern überprüft. Das Ergebnis ist überraschend. 

Nach dem Masernfall am Anne-Frank-Gymnasium (AFG) ziehen Schule und Märkischer Kreis eine positive Bilanz der danach erfolgten Impfbuchkontrolle. Insgesamt sind es allerdings dennoch zehn Schüler, die bis einschließlich Donnerstag, 21. März, vom Unterricht ausgeschlossen sind, erklärt Kreispressereferentin Ursula Erkens. 20 weitere müssen die zweite Impfung nachholen.

Nach Bekanntwerden einer Masern-Erkrankung einer 13-jährigen Gymnasiastin war für Dienstagvormittag eine Kontrolle des Impfstatus durch das Gesundheitsamt des Märkischen Kreises anberaumt worden. 

„Die Impfbuchkontrolle ist sehr gut gelaufen und war hervorragend vorbereitet und organisiert“, sagt Ulla Erkens, Pressereferentin des Märkischen Kreises. Bei der Kontrolle am Dienstagvormittag wurden rund 830 Impfbücher beziehungsweise Impfdokumente überprüft. Das Ergebnis: „Die Durchimpfungsrate ist allgemein gut.“

Von einem „sehr hohen Impfstatus“ sprach auch AFG-Schulleiter Paul Meurer. „Da macht sich bemerkbar, dass wir eine regelmäßige Untersuchung in der Klasse 7 durchführen.“ Ein großes Lob sprach der Schulleiter an Schüler, Eltern und Kollegium aus sowie an das Gesundheitsamt. Deren Kontrolle, bei der die Mitarbeiter des Gesundheitsamts die einzelnen Klassen aufsuchten und die Impfbücher überprüften, sei „total ruhig“ verlaufen und gut organisiert gewesen. „Wir sind froh, dass es so gut gelaufen ist.“ 

Kontrolle dauert vier Stunden

Nach etwa vier Stunden sei die Kontrolle vorbei gewesen. Als großen Erfolg bezeichnete Meurer es, dass weniger als ein Kind pro Klasse keine Impfung gegen Masern vorweisen konnte.

Zehn Schüler sind nicht geimpft und müssen zuhause bleiben. „20 Schüler müssen die zweite Impfung nachholen und dürfen danach die Schule wieder besuchen. Die Impfung kann umgehend erfolgen. Ein Schulbesuch ist umgehend nach Impfung möglich. Die Entscheidung der Inanspruchnahme liegt im persönlichen Ermessen.“ Ohne zweite Impfung gelte auch hier der Ausschluss bis einschließlich zum 21. März. 

Gesetz erlaubt Ausschluss vom Unterricht

Grundlage des Ausschlusses ist das Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz), wie Erkens erklärt: „Die Ausbreitung der Krankheit soll verhindert werden.“ Unter den in Paragraf 28 aufgeführten Schutzmaßnahmen wird festgelegt, dass ansteckungsverdächtige Personen und die, die weder Impfschutz noch Immunität nachweisen können, verpflichtet werden können, Gemeinschaftseinrichtungen wie in diesem Fall eine Schule nicht zu betreten, bis die notwendigen Schutzmaßnahmen durchgeführt sind und keine Ansteckungsgefahr mehr besteht.

Dass jemand gegen den vorübergehenden Schulausschluss aufgrund eines fehlenden Impfnachweises geklagt hätte, sei ihr nicht bekannt, sagt Erkens. „Wegen der klaren Regelung wäre das wohl auch nicht von Erfolg gekrönt.“ 

Gesundheitsamt überprüft auch Lehrkräfte

Überprüft wurde nicht nur der Impfstatus der Schüler, sondern auch der Lehrkräfte. Sie ließen sich entweder vor Ort von den Mitarbeitern des Gesundheitsamts beraten oder seien, da sie wegen ihres Impfstatus unsicher waren, zuhause geblieben und hätten ihren eigenen Arzt aufgesucht, sagt Erkens. Andere konnten dagegen angeben, bereits eine Masernerkrankung hinter sich zu haben. Erkens: „Von den Lehrern wurde keiner ausgeschlossen.“ 

Kontrolliert wurden außerdem noch die schwedischen Gäste des AFG. Derzeit sind 27 Austauschschüler der schwedischen Partnerschule aus Katrineholm in Halver zu Gast. Auch deren Impfstatus wurde überprüft. „Da in Schweden Impfpflicht besteht, verfügen alle Austauschschüler über den kompletten Impfschutz“, erklärt Kreispressesprecherin Ursula Erkens.

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