Unter politischem Beschuss

Zu teuer: Ärger um Parkplatz am Bahnhof Oberbrügge

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Der Haltepunkt in Oberbrügge ist der Politik zurzeit mehr teuer als lieb. Die gestiegenen Baukosten sorgen für Gesprächsbedarf.

Halver - Der Haltepunkt Oberbrügge ist aufgrund immenser Kostensteigerungen politisch unter Beschuss geraten. 

Statt der ursprünglich geplanten 256.000 Euro würden die Kosten für die Park-and-Ride-Anlage auf rund 390.000 Euro steigen, erfuhren die Mitglieder am Mittwoch anhand der aktuellen Änderungsliste zum Haushalt 2019. Das aber will die Politik so nicht akzeptieren. 

Einstimmig verständigte sich der Ausschuss darauf, die bisherigen Ansätze nicht zu erhöhen. Welche Auswirkungen das hat, ist zurzeit noch offen. Die Vergabe kann in diesem Jahr nicht mehr stattfinden. Zudem strebt die Stadt noch Gespräche mit dem Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe als Fördergeber für die Anlage an. Dessen ursprüngliche Förderzusage hatte sich auf etwa 80 Prozent der Kosten noch nach der Ausgangschätzung erstreckt. 

Noch erhofft sich die Stadt einen Nachschlag aufgrund der massiv gestiegenen Preise im Tiefbausektor und der hohen Kosten für die Entsorgung belasteten Bodenmaterials.

„Heidengeld für Sachen, die keiner braucht“ 

„Ist die Anlage uns 150.000 Euro Eigenanteil wert oder nicht? Ich meine ja.“ Auf diesen Kernpunkt versuchte Bürgermeister Michael Brosch die Debatte zu reduzieren. Doch der Ausschuss folgte ihm am Ende nicht. Denn insbesondere CDU und UWG hegen massive Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Projekts, weil gleichzeitig unklar ist, wann überhaupt die ersten Züge in Oberbrügge halten.

Unverändert fehlt in Kierspe das nötige Ausweichgleis. Zudem sind zwei Planfeststellungsverfahren für Bahnübergänge auf Kiersper Stadtgebiet unverändert in der Schwebe. „Wir geben ein Heidengeld aus für eine Sache, die keiner braucht“, brachte Sabine Wallmann die Bedenken auf den Punkt. 

Ähnlich sah das Kurt-Dietrich Neuhaus (CDU): „Wächst da dann schon Gras auf den Parkplätzen?“, fragte er sich. Ob man noch umplanen könne in Richtung einer Light-Version, war eine weitere Frage, die sich aufwarf, auch ob man die Ausschreibung für Vorplatz und Parkplätze in kleinere Lose aufteilen könnte. 

Von beidem riet die Verwaltung ab. Bessere Preise seien auf diesem Weg nicht zu erwarten. Wie man weiter verfahren will, wird sich kurz nach der letzten Ratssitzung (Montag) am Donnerstag, 6. Dezember, entscheiden. Mit vielleicht etwas mehr Informationen kommt dann der Vergabeausschuss in nicht öffentlicher Sitzung zusammen.

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