Betrug

Gescheiterter Verkauf eines Rennspiels landet vor Gericht

Konsolen-Spiel löst Ärger aus.
+
Konsolen-Spiel löst Ärger aus.

Der gescheiterte Verkauf eines Rennspiels für eine Spielkonsole im Wert von 25 Euro hat eine 27-jährige Angeklagte aus Halver an den Rand einer vollstreckbaren Haftstrafe gebracht

Halver/Lüdenscheid – Letztlich verständigten sich Staatsanwalt und Richter jedoch auf eine Einstellung des Betrugsverfahrens und beschränkten sich auf eindringliche Ermahnungen an die Adresse der jungen Frau. Sie hatte im Januar 2019 einen Keller aufgeräumt und ein dabei gefundenes „Mario Kart N64“-Rennspiel über das Internet angeboten. Doch obwohl sie den Kaufpreis von 25 Euro vereinnahmte, lieferte sie das Gerät nicht an den Käufer aus.

Im Amtsgericht Lüdenscheid begründete sie ihre Säumigkeit mit der Sperrung ihres Kontos durch die Internet-Plattform, auf der sie das Spiel angeboten hatte. Dadurch habe sie keine Kontonummer des Käufers mehr gehabt, über die sie die Rückzahlung hätte abwickeln können. „Es war auf jeden Fall keine Absicht“, versicherte sie. Richter und Staatsanwalt nannten gute Gründe, warum die 27-Jährige mit ihrer Ratlosigkeit selbst zur Polizei hätte gehen sollen, um die Sache zu klären – bevor die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufnahm. Denn eine erneute Betrugsstraftat konnte erhebliche Folgen für ihre laufende Bewährung haben: Wegen 23 Betrugsfällen hatte das Amtsgericht Duisburg sie zu einer Haftstrafe von einem Jahr verurteilt, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Bereits einmal verurteilt

Auch das Amtsgericht Dortmund hatte sie kürzlich wegen Betruges noch zu einer Geldstrafe verurteilt. „Sie haben Glück gehabt, dass die Bewährung überhaupt noch läuft“, machte der Staatsanwalt ihr klar und verwies auf eine Dame im Zuschauerraum: „Ich glaube nicht, dass Ihre Mutter Lust hat, Sie im Gefängnis zu besuchen.“

Einigermaßen klar war der 27-Jährigen immerhin schon, dass sie die laufende Bewährung und die damit verbundenen Gefahren „auf die leichte Schulter genommen“ hatte.

Preiswerte Lösung für Angeklagte

Prozessual gab es gute Gründe, einen möglichen Schaden von 25 Euro nicht in letzter Konsequenz aufzuklären und das Verfahren mit Blick auf die jüngste Verurteilung aus Dortmund einzustellen: Das gescheiterte Internet-Geschäft war bereits zweieinhalb Jahre her, und der mutmaßlich Geschädigte hätte aus Bremervörde anreisen müssen, um die Sache aus seiner Sicht zu schildern. Als kleine und für sie vergleichsweise preiswerte Lösung nahm die Angeklagte die E-Mail-Adresse des Zeugen mit, um von ihm seine Kontoverbindung zu erfragen und die 25 Euro endlich zu überweisen. Sie wird in Zukunft extrem vorsichtig mit Verkaufsangeboten auf Internetplattformen sein müssen, um keine Auszeit im Knast zu riskieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare