Aus für den Aldi-Markt: Kein Einkauf mehr in Oberbrügge

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Dunkle Wolken über Oberbrügge: Ende des Monats schließt die Aldi-Filiale an der Volmestraße und damit die einzige Einkaufsmöglichkeit am Ort.

Halver - Hiobsbotschaft für die Bürger in Oberbrügge: Der Aldi-Markt an der Volmestraße schließt zum Ende dieses Monats.

Das hat Thomas Pfeifer, Geschäftsführer der Aldi-Regionalgesellschaft Radevormwald, am Dienstag auf Anfrage unserer Zeitung bekanntgegeben. Die Geschäftsaufgabe der Filiale habe mehrere Gründe, der Hauptgrund sei aber die zu kleine Ladenfläche: „Der Markt in Oberbrügge verfügt über eine Fläche von 677 Quadratmetern. Wenn wir heutzutage einen neuen Markt eröffnen, dann hat dieser mindestens eine Verkaufsfläche von 1000 Quadratmetern“, sagt Pfeifer.

Nur so sei eine ordentliche Produktpräsentation zu gewährleisten. Das Objekt an der Volmestraße sei in vielerlei Hinsicht nicht mehr zeitgemäß. Mit der Vergrößerung des Sortiments habe die Verkaufsfläche nicht mehr Schritt halten können, sagt Pfeifer. Man sei an „Belastungsgrenzen gestoßen“.

Auch die Lagerfläche sei auf Dauer zu klein: Das wachsende Sortiment fordere größere Kühl- und Tiefkühlgeräte, die im Lager keinen Platz mehr gefunden hätten. „Wir wollen als Discounter in jedem Markt das selbe Sortiment anbieten. Und das war in Oberbrügge nicht mehr gewährleistet, obwohl wir uns dort sehr wohlgefühlt haben“, sagt Pfeifer.

Aldi an Hagener Straße schließt ebenfalls

Somit schließt der Markt, der am 13. September 1995 eröffnet wurde, zum Ende des Monats. Die Filiale öffnet am Samstag, 30. Januar, zum letzten Mal. Die Mitarbeiter des Marktes in Oberbrügge sind bereits – anders als die Kunden – vom Unternehmen über die Geschäftsaufgabe informiert worden. Sie werden weiter für Aldi arbeiten – in anderen Märkten im Umkreis. Es gebe „genügend andere Stellen in der Region“, sagt Pfeifer.

Zudem gab der Geschäftsführer der Regionalgesellschaft bekannt, dass die Aldi-Filiale an der Hagener Straße ebenfalls schließt, sobald der neue Markt am Kulturbahnhof eröffnet worden ist. Dies sei Ende 2016 oder Anfang 2017 der Fall.

Für Oberbrügge ist die drohende Schließung ein herber Schlag. Das sagen die Anwohner, für die die Filiale des Discounters seit vielen Jahren die einzige Einkaufsmöglichkeit am Ort ist. Der frühere Lebensmittelmarkt in der Gemeinde, das Geschäft von Peter Stammer an der Heerstraße, schloss seine Pforten vor etwa 20 Jahren, als sich Aldi in Oberbrügge niederließ.

Markt-Schließung kommt für Oberbrügger nicht überraschend

Das Gerücht von der bevorstehenden Schließung hielt sich schon länger, das Ende kam nicht völlig überraschend. „Ich dachte, bis 2017 hätten wir noch Zeit“, sagt eine ältere Dame. „Wie lange wir noch Auto fahren können, wissen wir doch nicht“, assistiert ihr Mann. Denn so viel ist klar: Ohne Auto gibt’s in Oberbrügge keine Chance zum Einkauf mehr, und wer mit dem Rollator längs der Volme über den eigens geschaffenen neuen Weg kommt, schafft nicht unbedingt die Anreise per Bus nach Halver.

Das gilt auch für die Bewohner der benachbarten Loewen-Siedlung, die zum Monatsende ihre Erledigungen in Brügge oder Halver machen müssen, statt 50 Meter vor der eigenen Tür.

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