Entscheidung für den Bahnhof

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Halver - Aus „Sieger Fashion“ wird „.LENE“, doch hinter dem Wechsel im Geschäftsleben Halvers steckt einiges mehr: Alisa Kannapin verlässt mit dem Geschäft, das sie im vergangenen Jahr von ihrer Mutter Susanne Sieger übernommen hat, den Standort an der vorderen Frankfurter Straße.

Neue Adresse ist ab dem 1. April die Bahnhofstraße 13 – die Scharnierstelle zwischen dem nebenan heranwachsenden Fachmarktzentrum und der aufkommenden Bahnhofstraße, für die viele Halveraner im Windschatten des Einkaufszentrums große Chancen sehen.

Der Umzug auf eine dreifach vergrößerte Fläche hat mit der Entwicklung in der Innenstadt zu tun. Alisa Kannapin teilt einerseits die Sorge um die Zukunft der Frankfurter Straße als zentrale Einkaufsstraße für die Stadt. Andererseits sieht sie in Bahnhofsnähe bessere Perspektiven nicht nur durch die Vergrößerung.

Sorgen um die Frankfurter Straße haben sie und ihr Lebensgefährte Matthias Clever auch deswegen, weil interessierten Händlern oder Dienstleistern der Zugang dorthin erschwert werde. Die geforderten Mieten ließen sich oft kaum erwirtschaften, auch Verkaufspreise für Immobilien seien in der Regel unrealistisch, sagt Matthias Clever. Was am Markt verlangt wird, zeigt sich beim Blick in die einschlägigen Portale. Dort findet sich zum Beispiel der seit Jahren leer stehende frühere Schleckermarkt mit einer Mietforderung von 3998 Euro kalt für 500 Quadratmeter Verkaufsfläche. Weiteres Problem sei die Parkplatzsituation an der vorderen Frankfurter Straße: „Spätestens nach der zweiten Ehrenrunde geben die Kunden auf“, sagt Kannapin.

Noch bis Ende des Monats läuft ihr Ausverkauf im alten Geschäft. Was sich dort künftig tun wird, ist offen. Wie sich ihr Projekt in Nachbarschaft von Kulturbahnhof und demnächst dem neuen Fachmarktzentrum anlässt, wird sie ab dem 1. April wissen. „Einzelhandel neu interpretieren“ lautet ihr Ziel in der neuen Immobilie, in der sich früher die Metzgerei Hermes befand und die danach mehr als zehn Jahre leer stand.

Erworben hat das Ladenlokal Matthias Clever, der zurzeit die räumlichen Voraussetzungen für einen „Concept Store“ schafft, zu dem nicht nur Alisa Kannapin mit Damen- und Herrenbekleidung gehört. Zum „ganzheitlichen Ansatz“ gehört neben einem Cafébereich auch Friseurmeisterin Nicoletta Privitera, die bereits in den neuen Räumen an der Bahnhofstraße Kunden empfängt und auch als Make-up-Artist arbeitet. „Miteinander im Cafébereich ins Gespräch kommen, unabhängig davon, ob man tatsächlich gerade das ein oder andere Kleidungsstück gekauft hat“, so skizziert Alisa Kannapin den Ansatz. Zum neuen Ladenlokal gehört eine barrierefrei zugängliche Toilette und ein Sanitärbereich mit Wickeltisch.

Ansässige Modegeschäfte an der Bahnhofstraße sieht sie nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung – ebenso wie andere Dienstleister und Gastronomen, die vom Miteinander profitieren sollen. Kannapin ist überzeugt: „Was anderswo klappt, das passt auch für Halver, selbst wenn die Stadt nicht so groß ist.“

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