Jugendhilfeplaner in Sachen U3-Betreuung entspannt

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Auch wenn die Versorgungsquote von 32 Prozent bei der U3-Betreuung im nächsten Jahr, wenn es den Rechtsanspruch dafür gibt, in Halver nicht erreicht wird, hat Jugendhilfeplaner Matthias Sauerland keine „schlaflosen Nächste“.

HALVER - Den Wunsch hatte einmal Monika Ebbinghaus (CDU) geäußert und Matthias Sauerland, Jugendhilfeplaner beim Jugendamt des Märkischen Kreises, war gerne der Einladung zum Jugend- und Sozialausschuss gefolgt, um dort über den aktuellen Stand der Dinge in Sachen Betreuung von unter Dreijährigen (U3) - im nächsten Jahr gibt es dafür einen Rechtsanspruch - in Halver zu berichten.

Über das Kindergartenjahr 2013/14 konnte Sauerland noch keine konkreten Angaben machen, die Informationen würde er erst in den nächsten Wochen beziehungsweise im Rahmen des Anmeldeverfahrens im Januar erhalten. Dafür konnte er aber genaue Zahlen vom letzten und vom aktuellen Kindergartenjahr vorlegen: 390 Drei- bis Sechsjährige besuchten 2011/12 die Kindertagesstätten in Halver, hinzu kamen 40 unter Dreijährige - was bei einer Gesamtzahl von 399 U3-Kinder eine Versorgungsquote von zehn Prozent ausmacht.

Im laufenden Kindergartenjahr, das im August angefangen hat, wurden 370 Mädchen und Jungen sowie 46 U3-Kinder in den Kindertagesstätten gezählt. Dadurch stieg die Versorgungsquote angesichts von 385 unter Dreijährigen auf 11,9 Prozent. Die Hoffnung, dass durch sinkende Geburtenzahlen mehr Plätze für die U3-Betreuung zur Verfügung stehen würden, erfülle sich in Halver nicht. Denn in Oberbrügge seien die Geburtenzahlen sehr konstant und in Halver würden sie nur in geringem Maße kontinuierlich sinken. Zudem steige die Nachfrage nach einer 45-Stunden-Betreuung - wodurch letztlich weniger Kinder betreut werden können.

Von einer 32-prozentigen Versorgungsquote, so Sauerland, wie sie mit dem Rechtsanspruch kommen werde, sei man in Halver „meilenweit entfernt“. Dennoch: „Ich kann im Moment noch ganz gut schlafen“, machte der Jugendhilfeplaner deutlich, dass die Situation in Halver keine Dramatik beinhalte. Jeweils sechs Plätze würden in den Kindertagesstätten von DRK und St. Georg eingerichtet. Wenn diese im Kindergartenjahr 2013/14 zur Verfügung stehen und man auch die Tagespflege - derzeit seien neun Tagesmütter in Halver aktiv, die 18 U3-Kinder und acht über Dreijährige (zu Randzeiten) betreuten - dazu rechne, komme man auf eine Versorgungsquote von 21 Prozent.

Auch wenn man keine Plätze zu Gunsten der U3-Betreuung reduzieren könne und man durch die Aufnahme der kleinen Kinder beispielsweise elf Plätze bei den Drei- bis Sechsjährigen verliere, so sieht Matthias Sauerland die Versorgung in Halver sichergestellt, zumal er auch im nächsten Jahr „keinen exorbitanten Anstieg“ bei den U3-Plätzen erwartet. „Außerdem haben wir noch niemandem absagen müssen, sondern immer eine Lösung gefunden“, betonte Sauerland, dass man bislang stets Betreuungsplätze im „Notfall“ gefunden habe - das gehe aber nicht im Wunsch-Kindergarten, daran werde sich auch mit dem Rechtsanspruch nichts ändern. Sauerland machte ebenso deutlich, dass sich die Eltern entscheiden müssten, ob sie für ihr unter dreijähriges Kind lieber eine familienähnliche Betreuung, also in der Tagespflege, haben möchten, oder nicht. Die Elternbeiträge seien in beiden Fällen (Tagespflege, Kindertagesstätte) gleich. Und dank der Awo-Vermittlungsstelle, die auch Akquise betreibe und Regionalgruppen unterhalte, und der Ausbildung der Tagesmütter würden längst auch Vertretungen vertraglich geregelt - dies sei also durchaus eine Alternative. - Det Ruthmann

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