Feuerwehr: Zieht Bommert nach Anschlag um?

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Die Isochronen-Karte: Die äußere Linie zeigt jeweils die Position, die innerhalb der Eintreffzeit (s. Infokasten) erreicht werden würden.

Halver - In der Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans für die Stadt Halver werden gravierende Defizite beim Feuerwehrgerätehaus Bommert benannt. Vorgeschlagen wird ein kompletter Neubau, der in Anschlag entstehen sollte.

Der neue Brandschutzbedarfsplan wird ab kommender Woche Thema für die Kommunalpolitik, erstmals im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen, der am Dienstag kommender Woche zur öffentlichen Sitzung um 17 Uhr im Ratssaal zusammentritt. Fast 90 Seiten umfasst der Plan mit einer Analyse von Ist-Bestand und Zielen, auch mit Blick auf Fahrzeugpark und Personalausstattung. Als prekär wird einzig die Situation in Bommert bewertet. 

„Baulich nicht ausreichend“ könnte die Kurzfassung lauten. Im Detail: Es gibt zwei Stellplätze, die für Großfahrzeuge aber nicht ausreichend groß sind. Die Abstände reichen nicht aus, Material und Einsatzkleidung müssen zurzeit hinter den Fahrzeugen gelagert werden.

Die Unterbringung von Mannschaftstransportfahrzeug und Anhänger auf einem Stellplatz sei ebenfalls unzureichend, stellt das Gutachten fest. Eine Abgasabsauganlage sei nicht vorhanden, Lagerflächen fehlten. Es gebe zwar Toiletten für Damen und Herren, jedoch keine Duschen. Ebenso fehlten ein Büroraum und Alarmparkplätze. 

Auch in weiterer Hinsicht gibt es aus Sicht des Gutachters Kritikpunkte: Das Gerätehaus Bommert liege in einem relativ einwohnerschwachen und sehr dünn besiedelten Bereich, was auch Auswirkungen auf die Wohnortverteilung der ehrenamtlichen Kräfte habe. Eine verbesserte Gebietsabdeckung könnte und sollte durch einen Neubau des Feuerwehrhauses Bommert im Ortsteil Anschlag erzielt werden. 

Anschlag zähle selbst zurzeit 364 Einwohner und weise mit Industriebetrieben und landwirtschaftlichen Anlagen einige besondere Gefahrenpotenziale auf. Eine Verlagerung des Standortes bringt zudem eine Verkürzung der Eintreffzeiten bei Einsätzen im Süden des Stadtgebiets. 

Fahrzeugtypen berücksichtigen 

Zu berücksichtigen wären bei diesem Neubau mindestens die bisherigen Fahrzeugtypen, empfehlenswert wären drei Stellplätze für Großfahrzeuge sowie entsprechende Lagermöglichkeiten. Handlungsbedarf besteht allerdings auch an anderen Standorten. Einzig das Gerätehaus Stadtmitte erfüllt die Anforderungen uneingeschränkt.

Priorität 2 genießt das Gebäude des Löschzugs Oberbrügge-Ehringhausen, weil es grundsätzlich größer sein müsste. Zudem fehlt dort eine Absauganlage. Das Hauptproblem Fahrzeughalle werde sich vermutlich nicht durch eine Erweiterung, sondern nur durch einen Neubau lösen lassen. 

Eine Überplanung und Erweiterung – ebenfalls aus Platzgründen – wird auch für das Gerätehaus Buschhausen (Priorität 3) angeregt. Dabei sei die künftige Fahrzeugausrüstung zugrunde zu legen und ebenfalls eine Absauganlage erforderlich. Bis dahin soll in beiden Fällen eine pragmatische Lösung in Form einer Dienstanweisung gelten. Die Feuerwehrleute sollten erst aufsitzen, wenn das Einsatzfahrzeug schon aus der Halle gefahren wurde.

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