Gemeinschaftsschule bleibt auch in Halver ein Thema

HALVER ▪ Die Jahreshauptversammlung des Halveraner SPD-Ortsvereins begann mit einer Absage: Michaela Engelmeier-Heite, Mitglied des Bundesvorstands der SPD, hatte vor ihren Halveraner Genossinnen und Genossen eigentlich über das neue Fortschrittsprogramm der Partei referieren wollen. Doch sie erkrankte – und so konzentrierte sich der politische Blick der nur 13 anwesenden Mitglieder vor allem auf die Ausführungen des Fraktionsvorsitzenden Michael Brosch.

Der nutzte die Versammlung nicht nur dazu, Martin Kastner für sein erstes Jahr als Ortsvereinsvorsitzender zu danken, sondern auch, um auf die Fraktionsarbeit der vergangenen zwölf Monate zurückzuschauen. Zudem skizzierte er bereits „Baustellen“ der nahen Zukunft – dazu gehört die Diskussion über die Zukunft der weiterführenden Schulen in Halver.

„Eines der kommenden Themen wird etwa die Gemeinschaftsschule sein. Das ist ein Zug, auf den ja bekanntlich viele CDU-Bürgermeister bereits aufgesprungen sind“, sagte Brosch mit Blick auf die Entwicklung in Neuenrade, wo sich mit Klaus Peter Sasse ein entsprechendes Stadtoberhaupt für die Einrichtung solch einer Schulform anstelle der noch existierenden Hauptschule eingesetzt hat. Michael Brosch ist sicher: „An Halver wird dieser Trend nicht vorbei gehen.“

Zuvor hatte Brosch von den weiteren Aufgabenfeldern seiner Fraktion berichtet: Die Festlegung einer Zügigkeit für die Grundschulen zählte ebenso dazu wie die Forderung nach Einführungen von Kennzahlen im städtischen Haushalt, die Debatten um Kunstrasenplätze in Halver, Straßenzustände oder Brandschutzmaßnahmen und mögliche Barrierefreiheit im Rathaus. Irritiert zeigte sich Michael Brosch erneut darüber, dass die Stadt bei der Auftragsvergabe des Winterdienstes an externe Unternehmen keine der heimischen Firmen berücksichtigte, die die weiße Pracht noch im Vorjahr ehrenamtlich aus der Stadt gefahren hatten. „Ich fand’s schade“, so Broschs Kommentar.

Auf Initiative von Wilhelm Walle äußerten viele SPD-Mitglieder zudem ihre Verwunderung über das Verhalten des Entsorgers Lobbe, der sich etwa bei der Abholung der Tonnen im Bereich Hilgenstock (wir berichteten) „eine Unverschämtheit gegenüber dem Bürger“ leiste. Und auch Michael Brosch kündigte an, dass das Thema Müll „noch lange nicht beendet“ sei. Das gelte auch für die Situation der SG Schalksmühle-Halver, die nach Walles Meinung im Vergleich zu den Fußballern nicht benachteiligt werden dürfte.

Vorstandswahlen standen am Montagabend nicht an. Und so bildete ein anderes Thema einen weiteren Schwerpunkt im Restaurant „Zum Berliner Platz“: Denn trotz des Ausfalls von Michaela Engelmeier-Heite mussten die SPD-Mitglieder am Montag nicht auf einen Vortrag verzichten: Regina Reininghaus sprang kurzerhand für die Referentin ein und blickte auf die Geschichte des Weltfrauentages und die Entwicklung zur Gleichberechtigung von Mann und Frau zurück. Dabei erinnerte sie auch an manches, aus heutiger Sicht, kuriose Gesetz, das manch ein SPD-Mitglied schmunzeln ließ: Etwa, als das einst in Deutschland erlassene Zölibatsgesetz für Lehrerinnen zur Sprache kam. ▪ Frank Zacharias

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