Gemeinsamer Weg steht fest, Sekundarschule noch nicht

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Sie saßen zwar nicht an einem Tisch, verfolgen aber dennoch ein gemeinsames Ziel: die Räte von Halver und Schalksmühle trafen sich am Mittwoch in der AFG-Aula, um über die heimische Schullandschaft zu diskutieren. Mehr als 50 Gäste verfolgten die Sitzung. ▪

HALVER/SCHALKSMÜHLE ▪ Es war eine Sitzung, die noch vor wenigen Jahren undenkbar war – doch am Mittwochabend war sie gekommen, die „historische Stunde“, wie Halvers UWG-Fraktionschef Werner Lemmert sagte: Mit ihrem Votum für eine gemeinsame Schulentwicklung demonstrierten die Räte von Halver und Schalksmühle Einigkeit. Ob am Ende des Weges eine gemeinsame Sekundarschule steht, ist jedoch noch offen.

Die interkommunale Sitzung stieß auf großes Interesse: Neben den Ratsmitgliedern hatten mehr als 50 Gäste – vor allem Lehrer und Eltern – in der AFG-Aula Platz genommen, um sich über die Zukunft der Schullandschaft in Halver und Schalksmühle zu informieren. Wenn auch die beiden Bürgermeister Bernd Eicker und Jörg Schönenberg eingangs betonten, zunächst lediglich einen ergebnisoffenen Prozess einleiten zu wollen, so konzentrierte sich die Diskussion doch auf die neue Form der Sekundarschule.

Detaillierte Infos vom Experten

Hartmut Wächter, ehemaliger Realschulleiter, gab dem Gremium einen umfassenden Leitfaden mit auf den Weg, der nicht nur die Rahmenbedingungen für die Gründung solch einer Schule erläuterte, sondern sich auch mit Details wie Klassengröße und -verbände sowie die Aufteilung der Schüler auf zwei Standorte beschäftigte (ausführlicher Bericht folgt).

Wie berichtet, soll eine künftige Sekundarschule langfristig sowohl die Halveraner Haupt- und Realschule als auch die Schalksmühler Verbundschule ersetzen. Dabei machte Hartmut Wächter auf Nachfrage des Halveraner SPD-Fraktionsvorsitzenden Michael Brosch aber erneut deutlich, dass jene Schüler, die zum Zeitpunkt der Sekundarschulgründung bereits an einer der vorhandenen Einrichtungen unterrichtet werden, ihre Laufbahn wie geplant werden beenden können. Brosch wollte jedoch explizit von einer „Machbarkeitsstudie“ sprechen, die durch den Beschluss (siehe Info-Kasten) nun in Auftrag gegeben wird. Damit will er eine allzu frühe Festlegung auf die Sekundarschule ebenso verhindern wie Ingeborg Zensen (SPD Halver), die sich am Ende der Sitzung als einziges Ratsmitglied ihrer Stimme enthielt – die übrigen Kommunalpolitiker stimmten dem Beschlussvorschlag zu. Bedenken äußerte Zensen nicht nur zum „engen Zeitrahmen“ – die Schule soll im Jahr 2013/14 starten –, sondern auch zur Schulform an sich, durch die eine echte Gemeinschaft an zwei Standorten nicht zu bilden sei.

Ingeborg Zensen erntet Kritik

Kritik für ihre skeptische Haltung erhielt die SPD-Politikerin aus fast allen Reihen – auch von den Parteifreunden aus Schalksmühle: Deren Fraktionsvorsitzender Lutz Schäfer wusste aus eigener Erfahrung – als Lehrer des Gertrud-Bäumer-Berufskollegs – von einer funktionierenden Teilstandortschule zu berichten. Werner Lemmert (UWG) betonte indes, dass die Politik für den Erhalt der Qualität an den Schulstandorten kämpfen werde. Und ebenso wie Peter Starke, Fraktionssprecher der CDU Halver, sieht auch Karl-Friedrich Osenberg, Fraktionsvorsitzender der Halveraner Grünen, in der zeitlich engen Planung keine Alternative – „wir bekommen einfach nicht mehr die Schülerzahlen, um die Verbund- und Hauptschule zu halten“. Und so warnte auch Schalksmühles UWG-Vorsitzender Bernd Müller, das Thema Schulentwicklung im Allgemeinen und die Sekundarschule im Speziellen schon jetzt zu zerreden. „Wenn wir jetzt schon an den schlechtesten Fall denken, brauchen wir gar nicht erst anzufangen!“ ▪ Frank Zacharias

Der Beschluss der Räte der Stadt Halver und der Gemeinde Schalksmühle im Wortlaut:

„Die Bürgermeister werden beauftragt, die Grundlagen für eine gemeinsame Schulentwicklung vorzubereiten, die auch in Zukunft ein attraktives Schulangebot im Sekundarbereich I an beiden Standorten – also in Halver und Schalksmühle – ermöglicht.

Unter anderem soll auch das Angebot einer Sekundarschule geprüft werden.

Bei der gemeinsamen Schulentwicklung soll ein externer Fachberater hinzugezogen werden.

Es wird ein gemeinsamer Facharbeitskreis gebildet.“

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