Vierbeiner suchen Menschen

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Ein klein wenig schauspielerisches Talent ist bei den „vermissten Personen“ schon gefragt, wenn sie von den Rettungshunden – wie hier bei der Übung in Halver – gefunden werden.

Halver - „Wir stehen rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr für den Notfall zur Verfügung.“ Wenn es darum geht, vermisste, verwirrte oder verletzte Menschen in unwegsamem Gelände aufzuspüren, leisten die Rettungshundestaffeln der Johanniter unschätzbare Dienste.

„Absolut kostenfrei“, wie Melanie Langenohl, Staffelleiterin der Rettungshundestaffel Südwestfalen, betont, unterstützen die Helfer die Rettungskräfte. Jedes Wochenende, abwechselnd samstags oder sonntags, gehen sie dafür mit ihren Hunden ins Gelände und bereiten sich durch intensives Training auf ihre Rettungseinsätze vor. Nicht nur bei gutem Wetter wie am Samstag beim gemeinsamen Trainingstag mit der Rettungshundestaffel Rhein-Oberberg im Wald der Familie Rüdiger Clever „Im Grund“, sondern bei jedem Wetter, ob’s stürmt, regnet oder schneit.

Wie im Ernstfall mussten die Hunde, unter ihnen der dreizehn Wochen alte Schäferhund-Welpe Kolja von Stefan Pfeifer (Rhein-Oberberg), am Samstag hilfsbedürftige Personen in dem 51 000 Quadratmeter großen Trainingsgebiet aufspüren und ihre Hundeführer alarmieren. Kolja, der kleine Schäferhund, war von solch schwierigen Suchaktionen natürlich noch befreit.

„Wir stellen uns gegenseitig unbekanntes Gelände zur Verfügung“, so Melanie Langenohl über den Sinn und Zweck der gemeinsamen Übung. In unregelmäßigen Abständen trainieren die beiden Staffeln ihre Vierbeiner unter erschwerten, da unbekannten Bedingungen. Sehr glücklich sind die Ehrenamtlichen über das Gelände, das ihnen die Familie Clever zur Verfügung stellte. Mehr solcher Flächen wünschen sie sich dringlich.

„Wir sind auf der Suche nach Gebieten, wo wir regelmäßig trainieren können“, erklärt Melanie Langenohl, deren vierjähriger Australian Shepherd Jake ein wahres Temperamentsbündel ist, dennoch auf Kommando hört. Durch Roland Lech, mit Labradorhündin Luna an der Übung beteiligt, kam der Kontakt zur Familie Clever zustande. „Wir brauchen Ansprechpartner“, so die Staffelleiterin. Sowohl Trainingsflächen für die großen Wochenendübungen als auch Parkplätze oder Wiesenflächen als Unterordnungsplätze für die wöchentlichen Dienstagstreffen der Gruppe werden dringend benötigt.

Mit Golden Retrievern, Boarder Collies, Australian Shepherds, Deutschen Schäferhunden, Labradoren und Huskys war die insgesamt 15-köpfige Johanniter-Einsatztruppe im weitläufigen Gelände auf der Suche nach „ausgesetzten“ Personen unterwegs. „Ein bisschen Schauspieltalent ist gefragt“, so Melanie Langenohl über die jeweilige Auffindsituation. Wichtig ist es ihr, die Alarmierungswege transparent zu machen. „Das Bewusstsein der Bevölkerung muss geweckt werden. Wir sind wirklich kostenfrei für denjenigen, der uns bestellt.“ Unter der Rufnummer 0 23 51/8 70 70 lässt sich Kontakt mit der Staffel aufnehmen.

J Monika Salzmann

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