Gemeinde demonstriert Aufbruchstimmung

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Rund 80 Gemeindemitglieder waren gestern Vormittag der Einladung zum Neujahrsempfang ins Gemeindehaus Oberbrügge gefolgt. Für die musikalische Begleitung sorgte einmal mehr die Band „Normal ist anders“.

OBERBRÜGGE ▪ Die Probleme werden nicht kleiner, die Situation nicht einfacher – und dennoch: In der Evangelischen Kirchengemeinde Oberbrügge herrschte gestern Aufbruchstimmung.

Anlässlich des zweiten Neujahrsempfangs, mit dem die Verantwortlichen an die gelungene Premiere im vergangenen Jahr anknüpften, sprachen sich die Gemeindeglieder gegenseitig nicht nur Mut zu, sondern wollten vor allem ein Zeichen für die kommenden Jahre setzen: „Wir wollen zeigen, dass wir zusammengehören und die Probleme anpacken“, sprach Günter Hösch, Vorsitzender des Fördervereins, sicher vielen Gläubigen aus dem Herzen.

Hintergrund ist, dass auch die Kirchengemeinde in Oberbrügge mit rückläufigen Mitgliederzahlen zu kämpfen hat und sich dadurch bedingt zunehmenden finanziellen Problemen gegenüber sieht. So sei im vergangenen Jahr erstmals ein Griff in die Rücklage nötig gewesen, um das Minus von rund 30 000 Euro zu decken. „Doch in einigen Jahren werden auch diese Reserven aufgebraucht sein“, machte Pfarrer Werner Kenkel den rund 80 Gästen die Situation deutlich. Hinzu komme, dass auch der jährliche Anteil an den Kirchensteuern für die Gemeinde immer kleiner werde, somit weniger Geld zur Verfügung stünde. „Doch wir werden uns den Mut nicht nehmen lassen, sondern als Gemeinde zusammenstehen“, appellierte Kenkel an die Gemeindeglieder mitzuhelfen.

Um die Finanzen jedoch nicht zum bestimmenden Thema der Veranstaltung werden zu lassen, hatte Kenkel zunächst an die vielen Veranstaltungen erinnert, die es im vergangenen Jahr in der Gemeinde gegeben hatte. Ob „Wüstentage“, das „Stille-Wochenende“ oder die Glaubenskurse – mit zahlreichen Fotos demonstrierte der Pfarrer die Aktivitäten in der Gemeinde. Dazu gab er Einblicke in die verschiedenen Gruppen, von denen die einen von großer Beständigkeit geprägt sind, andere jedoch ebenfalls mit „Nachwuchssorgen“ zu kämpfen hätten.

Positiv hervorgehoben wurden unter anderem die sechs Hauskreise, die im vergangenen Jahr ihr „25-Jähriges“ feierten, sowie das Angebot des Theo-Tapsig-Kreises, der in diesem Jahr seit mittlerweile 20 Jahren besteht. „Und das wird natürlich groß gefeiert“, so die Einladung. Weniger erfolgreich liefe hingegen die Jugendarbeit in Oberbrügge, das Interesse sei nicht da. Daher sei man sich unter den Verantwortlichen einig, sich in Zukunft vor allem auf die Kinderarbeit in der Kirchengemeinde zu konzentrieren und dort neue Schwerpunkte zu setzen. Dass die Gemeinde auch in diesem Jahr viel vorhat, wurde in Kenkels Ausblick deutlich. Ob ein Tauf-Erinnerungsgottesdienst, zwei Basare, ein Glaubenskurs oder eine Kinderbibelwoche – die Evangelische Gemeinde möchte auch in Zukunft positive Signale setzen. ▪ Kerstin Zacharias

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