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Ukraine-Krieg: Auch Moldawien braucht Hilfe - Aufruf in Halver

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Von: Florian Hesse

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Flüchtlinge aus der Ukraine warten in Moldau auf einen Bus.
Flüchtlinge aus der Ukraine warten in Moldau auf einen Bus. © Aurel Obreja/dpa

Das ärmste Land Europas nimmt zurzeit vielleicht die prozentual höchste Zahl von Vertriebenen aus der Ukraine auf. Gerade einmal so groß wie Nordrhein-Westfalen ist die Republik Moldau. Bei rund 2,6 Millionen Einwohnern sind es geschätzt etwa 300 000 Menschen, die über die Westgrenze der Ukraine dorthin geflüchtet sind.

Halver - Menschen aus Halver wollen dort helfen. Denn die katholische Kirchengemeinde Christus König hegt seit vielen Jahren freundschaftliche Beziehungen dorthin. Mit Bischof Anton Cosa sind Gemeindemitglieder persönlich bekannt. Und die Gemeinden in dem kleinen Land nehmen so viele Vertriebene auf, wie es irgend geht, sagen im Gespräch der Pfarrer im Ruhestand Karl Balkenhol und Frank Schönnenberg aus der Gemeinde in Halver. Für die Caritas Halver noch dabei ist Ralf Wegerhoff, Freunde wie Timothy Kaufmann und Markus Dördelmann unterstützen ebenfalls den Aufruf. Das Ziel: Hilfe vor Ort.

Ein erster Betrag von 5 000 Euro ist bereits überwiesen in die Römisch-katholische Diözese Chisinau. Es soll noch deutlich mehr werden. Auf das Sammeln von Hilfsgütern will man in Halver verzichten, um Kosten für den Transport zu vermeiden. Es gebe in Moldawien „eigentlich alles zu kaufen“, so die Überlegung bei Schönnenberg und Balkenhol. Es gehe nun darum, eine dauerhafte Unterstützung sicherzustellen, denn viele der Geflüchteten wollten, so schnell wie es geht, zurück in ihre Heimat.

Verbindungen seit Jahrzehnten

„Sie haben sich dort in den letzten 30 Jahren ihre Existenzen aufgebaut, Häuser, zum Teil Firmen“, sagt Schönnenberg, der bereits Mitte der 90er-Jahre über Rotaract, die rotarische Jugendorganisation, den Kontakt nach Moldawien und in die Ukraine gefunden hatte. Mit Schönnenberg zieht auch Pfarrer i. R. Balkenhol von seinem Zimmer in Bethanien, das mehr nach Büro aussieht, die Fäden, um zu helfen. Der Aufruf zum Spenden ist auch auf der Caritas-Seite der Gemeinde im Internet zu finden.

„Wir sind geschockt von den Bildern in der Ukraine, mitten in Europa, und in dessen Folge der größte und schnellste Flüchtlingsstrom seit dem 2. Weltkrieg“, heißt es dort. „Flüchtende kommen nicht nur in EU-Ländern an, sondern auch in dem kleinen Land Moldawien, dem ärmsten Land Europas, mehrere Zehntausende am Tag.

Auch die Kirchengemeinden in Moldawien und Bischof Anton Cosa, der katholische Bischof aus Moldawien, den wir seit den 90er Jahren sehr gut kennen, engagieren sich sehr, nehmen Flüchtlinge, insbesondere Familien und Kinder auf.“

Bischof bittet um Hilfe

Bereits eine Woche nach Kriegsausbruch schrieb Bischof Anton Cosa von bis dahin 121 000 Flüchtlingen, die in Moldawien bleiben und versorgt werden müssen. Darunter befanden sich zu diesem Zeitpunkt 19 000 Kinder. Die Kirchen in Moldawien nähmen immer mehr Familien und Kinder in Ihren Häusern, kirchlichen Zentren und Pfarrhäusern unkompliziert auf. Zu den Aufgaben gehört auch, die Frauen und Kinder vor „Menschenhändlern“ zu schützen.

„Um den großen Zustrom zu bewältigen, bittet Bischof Anton Cosa um unsere Hilfe“, schreibt die Gemeinde Christus König nun wiederum an ihre Mitglieder. Seit den 90er- Jahren hätten sich die Caritas Halver, verschiedene Kirchengemeinden in NRW, verschiedene Kolpingfamilien, Rotary und deren Jugendorganisation Rotaract (Lüdenscheid und Leverkusen) in Moldawien stark engagiert. Mitgründer ist Pfarrer i.R. Karl Balkenhol aus Halver und Rotarier im Rotary-Club Meinerzhagen. Es wurden Hilfstransporte organisiert und Hilfe zur Selbsthilfe auf den Weg gebracht. Viele örtliche Projekte wie Suppenküchen, medizinische Hilfen, Einrichtungen für Krankenhäuser, Kindergärten, Kinderheime, Bauprojekte und vieles mehr, wurden unterstützt und profitieren davon bis heute. Seitdem bestehen enge Kontakte und auch Freundschaften.

„Unsere Freunde aus Moldawien, dem ärmsten Land in Europa, würden sich in dieser dramatischen Zeit sehr über Ihre Hilfe freuen. Momentan müssen Flüchtende und Kinder aufgenommen und versorgt werden in den diversen kirchlichen Einrichtungen aber auch in Familien.“

Im ersten Schritt werden vor allem Gelder benötigt, um die Flüchtenden zu versorgen. Direkte Spenden, die ohne jeden Abzug in Moldawien ankommen, sind möglich auf ein Spendenkonto der Caritas.

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