Tödlicher Unfall - Berufung zurückgezogen

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Der tödliche Unfall ereignete sich bei nasser Fahrbahn auf der Lüdenscheider Talstraße.

Hagen/Oberbrügge - Tödlich endete ein Unfall auf der Talstraße bei Lüdenscheid-Pöppelsheim am 23. November 2012. Der Unfallverursacher, der im Januar diesen Jahres zu einer Geldstrafe von 3600 Euro verurteilt worden war, zog am Mittwoch seine Berufung zurück.

In der langgestreckten Rechtskurve hinter dem fest installierten Geschwindigkeitskontrollgerät driftete ein heute 25-Jähriger aus Oberbrügge über die beiden durchgezogenen Linien in der Fahrbahnmitte. Sein Skoda stieß frontal mit dem Renault Clio eines 47-jährigen Meinerzhageners zusammen. Beide Fahrzeuge waren mit etwa 70 Stundenkilometern unterwegs gewesen.

Beim „Kollabieren der Fahrgastzelle“ des Clio – so Unfallexperte Lutz Bölter – erlitt dessen Fahrer ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und so schwere innere Verletzungen, dass er kurz darauf verstarb. Das Amtsgericht Lüdenscheid verurteilte den durch einen Airbag geschützten Unglücksfahrer am 9. Januar 2014 wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 40 Euro. Das Urteil versammelte mögliche Ursachen für das Unglück: die leicht abschüssige Strecke, die regennasse Straße. Es sei nichts mehr gegangen, versicherte der Angeklagte laut Zeugenaussagen im Amtsgericht, kurz nach dem Unfall. Er habe „weder lenken, noch bremsen können.“ Dadurch sei ein Einschwenken in die Kurve unmöglich gewesen. Von einem angeblichen Niesen berichtete keiner der Zeugen.

Gegen das Urteil des Amtsgerichts ging der 25-Jährige in Berufung. Vor der zuständigen Strafkammer des Landgerichts meldete er sich am Mittwoch über seinen Verteidiger Heiko Kölz zu Wort. Der wiederholte, was er schon vor dem Amtsgericht Lüdenscheid als Unfallursache vorgetragen hatte: Ein „plötzliches und überraschendes Niesen“ seines Mandanten sei die Ursache für den Unfall gewesen. Damit hätte kein schuldhaftes Versagen vorgelegen, so dass sein Mandant freizusprechen sei.

Oberstaatsanwalt Wolfgang Rahmer las eine Erklärung der Schwester des Getöteten vor, die von Gesprächen mit dem Angeklagten nach dem Unfall berichtete. Das war für das Strafverfahren insofern von Belang, als sich der Angeklagte gegenüber der Schwester und den Eltern des Unfallopfers auch über die Ursache für den Unfall geäußert hatte. Um die Beweislage für das Berufungsverfahren zu verbessern, hätten die Schwester und die schwerkranken Eltern des Getöteten in den Zeugenstand gerufen werden müssen. Darauf allerdings verzichtete der Angeklagte und zog seine Berufung zurück. So blieb es bei der Geldstrafe von 3600 Euro. - thk

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