Geldmangel zwingt Stadt zur Straßensperrung

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Bau-Fachbereichsleiter Franz Helmut Engel (links) und Lutz Eicker vom Fachbereich Bürgerdienste machen auf die erheblichen Straßenschäden aufmerksam, die nun eine Vollsperrung der Straße notwendig machen. ▪

HALVER ▪ Dass die Straßen in Halver zum Teil in einem schlechten Zustand sind, ist nichts Neues. Und nicht erst die Wintermonate haben ihr Übriges dazu beigetragen, dass tiefe Schlaglöcher eine Autofahrt zum Abenteuer machen.

Doch erstmals muss die Stadt nun zu gravierenden Maßnahmen greifen – aus purer Geldnot: Weil die Verkehrssicherheit auf der Straße zwischen Engstfeld und Auf dem Heede wegen erheblicher Schäden nicht mehr gewährleistet werden kann, muss sie komplett gesperrt werden – und zwar auf unbestimmte Zeit. Denn: Eine Sanierung des 700 Meter langen Teilstücks, genauer gesagt, ein teilweiser Vollausbau, würde 335 000 Euro kosten – eine Summe, die im Haushaltsplanentwurf nicht berücksichtigt wurde und somit nicht zur Verfügung steht.

Zum ersten Mal ist die Stadt nun gezwungen, aus Geldmangel in ihre Infrastruktur einzugreifen und eine Straße dicht zu machen. „Die Lage spitzt sich immer mehr zu und es ist zu befürchten, dass dies auf lange Sicht nicht die letzte Straße sein wird, die wir sperren müssen“, erläuterte Bau-Fachbereichsleiter die Situation und verwies zugleich auf den schlechten Zustand vieler Brücken im Stadtgebiet.

Wie Engel und sein Kollege Lutz Eicker vom Fachbereich Bürgerdienste vor Ort erklärten, wird die Vollsperrung am kommendem Mittwoch eingerichtet, ab Donnerstag, 15. April, ist eine Durchfahrt dann nicht mehr möglich. Eine Umleitung wird über Bommert, die K 3, Kückelhausen und die L 284 eingerichtet. Eine Zufahrt aus Richtung Rönsahl ist dann nur noch bis „Auf dem Heede“ möglich. Mit den Anliegern auf den drei großen landwirtschaftlichen Betrieben wurden laut Eicker bereits Gespräche geführt, für sie gilt die Tonnagenbeschränkung von 3,5 Tonnen auf der Umleitungsstrecke nicht. „Wir können uns bei den Betroffenen nur bedanken, sie haben sich sehr kooperativ gezeigt und nehmen den Umweg in Kauf“, weiß Eicker. Sie hätten die Notwendigkeit der Maßnahme erkannt, einige Nutzer der Straße hätten gar per Mail auf den schlechten Zustand aufmerksam gemacht.

Denn auch für Laien sind die tiefen Risse im Asphalt deutlich zu erkennen, in den Schlaglöchern tritt bereits der Schotter zu Tage, am unbefestigten Straßenrand liegen dicke Steine, „aufgewirbelt“ durch fahrende Autos. „Auch eine Geschwindigkeitsreduzierung würde hier nichts bringen, mit jedem Fahrzeug wird die Straße durchgewalkt“, verwies Engel darauf, dass die Tragfähigkeit weder auf der Fahrbahnoberfläche noch im Straßenoberbau auch nur annähernd gewährleistet sei. „Aufgrund der starken Oberflächenschäden sowie der damit einhergehenden Durchfeuchtung des zu geringen Straßenoberbaus ist eine Reparatur auf einem Teilstück von 400 Metern nicht mehr möglich.“ Dort müsse ein Vollausbau mit entsprechender Wasserführung stattfinden. Der sich anschließende 300 Meter lange nördliche Bereich könne hingegen saniert werden – wenn er nicht länger benutzt würde. „Die Sperrung spart der Stadt somit auch jeden Tag Geld.“ Engel und Eicker weisen daher darauf hin, die Sperrung ernst zu nehmen. „Wir werden das zwischendurch natürlich auch kontrollieren.“ ▪ Kerstin Zacharias

Der Bauausschuss der Stadt wird sich mit dem Thema in einer öffentlichen Sitzung am 20. April beschäftigen.

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