Wie ein gelber Aufkleber Leben retten soll

+
Dr. Joachim Festl zeigt, wo der neongelbe Kinderfinder an der Kinderzimmertür angebracht werden soll: im unteren Drittel. Denn Rauch steigt nach oben. Kostenlos ist der Aufkleber mittwochs im Feuerwehrgerätehaus erhältlich. - Fotos: Domke

Halver - Ein leuchtend gelber Aufkleber auf der Kinderzimmertür kann im Falle eines Brandes der entscheidende Faktor bei der Rettung von Kindern sein. Davon sind Björn Clever und Dr. Joachim Festl von der Freiwilligen Feuerwehr Halver überzeugt und werben daher für eben diesen Aufkleber – den Kinderfinder.

Von Friederike Domke

Gerade mal wenige Zentimeter groß ist das neongelbe Dreieck, das ein um Hilfe rufendes Kind, einen Hund, eine Leiter und Flammen darstellt. Der Kinderfinder soll im Falle eines in Brand geratenen und möglicherweise verrauchten Gebäudes den Einsatzkräften als Wegweiser dienen. Er funktioniert wie ein Verkehrsschild und gilt unter den Einsatzkräften als unverkennbares Rettungsschild. Vor rund drei Jahren wurde der Kinderfinder deutschlandweit eingeführt, nun wollen ihn die Wehrleute auch in Halver endgültig etablieren.

Angebracht werden sollte der Aufkleber an der Kinderzimmertür. Denn, das wissen die Profis, Kinder ziehen sich bei Gefahr in die ihnen vertrauteste Umgebung des Hauses zurück, anstatt auf sich aufmerksam zu machen. „In den überwiegenden Fällen ist dieser Raum das Kinderzimmer“, so Clever und erklärt weiter: „Der Aufkleber erleichtert den Rettungskräften die Suche, indem er signalisiert: Hinter dieser Tür könnten Kinder sein.“

Dabei sei es wichtig, betont der Feuerwehrmann, den Aufkleber im unteren Drittel der Kinderzimmertür aufzubringen, „denn Rauch steigt nach oben und wir bewegen uns zunächst auf allen Vieren in verrauchten Räumen.“

Die Anbringung des Kinderfinders setzt aber auch voraus, dass man sich gemeinsam mit seinen Kinder mit der Gefahr Feuer auseinandersetzt und das Thema nicht unter den Tisch fallen lässt, betonen Festl und Clever. Wer also den Kinderfinder in seinen vier Wänden anbringen möchte, sollte dies zum Anlass nehmen, mit den Kindern über Gefahren im Haus zu sprechen und ihnen darüber hinaus das richtige Verhalten im Falle eines Brandes zu erklären.

Aufklärung betreibt die Freiwillige Feuerwehr Halver schon früh: Im Rahmen der Brandschutzerziehung in den Kindergärten, die Björn Clever und Dr. Joachim Festl in jedem Jahr bei den hiesigen Einrichtungen vornehmen, wird der Umgang mit brennbaren Materialien und das Verhalten im Falle eines Brandes besprochen und geprobt. „Wichtig ist, dass die Kinder wissen, wie sie einen Notruf absetzen und welche Informationen wir benötigen“, sagt Joachim Festl.

Dass es aber oft auch bei Eltern noch viele offene Fragen gibt, ist ihm nicht unbekannt. „Wir bieten den Eltern an, einen Kinderfinder bei uns im Feuerwehrgerätehaus abzuholen.“ Dann könne man ins Gespräch kommen, offene Fragen klären und die Kinder können sich das Feuerwehrgerätehaus anschauen. „Uns ist es immer lieber vorzubeugen anstatt abzuwehren“, macht Clever deutlich. „Und sollte es wirklich zum Ernstfall kommen, sollte jeder so gut wie möglich vorbereitet sein.

Der Kinderfinder kann kostenlos im Feuerwehrgerätehaus an der Thomasstraße abgeholt werden. Mittwochs von 18 bis 20 Uhr sind Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr vor Ort.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare