Folgen eines schweren Unfalls in Halver

Crash mit Schwerverletzten: Was geschieht danach?

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Fünf Menschen wurden bei dem Unfall am vergangenen Montag auf der Heerstraße verletzt – zwei davon schwer.

Halver/Oberbrügge - Ein Auto fliegt durch die Luft. Fünf Menschen sind verletzt. Was passiert danach?

Nach dem schweren Unfall vom Montagnachmittag auf der Heerstraße wollten wir von Polizei und einem Versicherungsexperten wissen, wie das weitere Verfahren aussieht. 

Das aber bleibt in mehrfacher Hinsicht offen. 

Die Verletzten 

Am Donnerstagmittag, vier Tage nach der Einlieferung, befanden sich zwei Opfer unverändert in stationärer Behandlung im Krankenhaus. Ihr Zustand sei aber „nicht lebensbedrohlich“, teilt die Polizei auf Anfrage über den 81-jährigen Mann und seine 80 Jahre alte Frau mit, die zum Unfallzeitpunkt um 17.10 Uhr von Halver in Richtung Oberbrügge unterwegs gewesen waren. Der Unfallgegner, 18 Jahre alt aus Halver, und seine ebenfalls 18-jährigen beiden Beifahrer galten von vornherein als lediglich leicht verletzt. 

Der Unfall 

Mutmaßlicher Verursacher des Unfalls soll der 18-jährige Fahrer des VW Golf aus Halver sein. In der Kurve unterhalb der Einmündung Winkhof soll er zu weit in die Fahrbahnmitte geraten sein. Die Fahrzeuge berührten sich im Gegenverkehr. Der Hyundai wurde ausgehebelt und überschlug sich mehrfach, bevor er auf dem Dach quer zur Fahrbahn zum Liegen kam.

Die Straße wurde komplett gesperrt. Feuerwehr und Notfallseelsorger waren vor Ort. 

Die Polizei 

„In rechtlicher Hinsicht ist alles möglich“, sagt Marcel Dilling, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde, „die Spanne reicht von 35 Euro Verwarngeld bis zur Freiheitsstrafe.“ Formal ermittelt wird wegen fahrlässiger Körperverletzung. 

Es würden Spuren ausgewertet und Zeugen befragt. Dazu dürften auch die Bilder der Dashcam eines zufällig anwesenden Zeugen gehören. Das Verfahren Nach Sichtung des Sachverhalts wird das Ergebnis an die Staatsanwaltschaft übermittelt, die dann über die Einleitung des Verfahrens entscheidet. 

Richter entscheidet über Strafrahmen

Kommt es zur Verhandlung, ist der Richter frei in der Entscheidung über den Strafrahmen. Die Obergrenze könnte bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe betragen. Unter Umständen bleibt es bei einem Bußgeld. Den Führerschein durfte der 18-jährige Unfallverursacher behalten. 

Hinweise, die eine sofortige Einbehaltung begründen würden, hätten nicht vorgelegen, so Marcel Dilling weiter. Dazu hätte beispielsweise erkennbarer Alkohol- oder Drogen-Konsum gehören können. Auch über eine Nachschulung müsste der Richter entscheiden.

Die Versicherung 

In Anspruch genommen für die Schäden werde in erster Linie die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers, sagt Kurt Nörenberg vom Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute im Bezirk Hagen. Das gilt für den Totalschaden am Hyundai. Absehbar sei zudem, dass die Krankenkasse der Opfer die Haftpflicht für Behandlungs-, Heil- und weitere Kosten in Regress nehmen werde, die im Zusammenhang mit dem Unfall entstanden sind oder noch entstehen. 

Den Eigenschaden muss der Verursacher selbst tragen, es sei denn, das Fahrzeug war vollkaskoversichert. Dies sei in der Regel der Fall, wenn der Wagen über eine Bank finanziert worden sei, die eine solche Absicherung vorschreibt. Eine Leistung kürzen oder verweigern könne die Vollkasko-Versicherung im Falle einer nachgewiesenen groben Fahrlässigkeit, so Kurt Nörenberg.

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