Unterricht in Zeiten von Corona

Ab heute wieder Unterricht - so sieht das aus

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Zurück in den Klassenraum – aber mit Abstand. Der Unterricht beginnt heute für die ersten Schüler.

Halver/Schalksmühle - Heute beginnt der Unterricht für die Abschlussklassen. Den Abiturienten ist der Besuch der Schule freigestellt, die Zehntklässler müssen zum Unterricht erscheinen. Die Schulen in Halver und Schalksmühle haben sich auf diesen Tag vorbereitet.

Sechs Klassen, zwölf Schüler durchschnittlich in einem Raum, zwischen ihnen zwei Meter Abstand, im besten Fall mit Maske – so sieht es heute in der Realschule Halver aus. „Wir erwarten 72 Schüler“, sagt Schulleiter Friedhelm Schröder. 

Und morgens um 9.30 Uhr heißt es für die Schüler: Hände desinfizieren. Das Desinfektionsmittel war bereits in den Schulen. Im Anne-Frank-Gymnasium (AFG) waren auch die Spender bereits angebracht. Die Realschule und Humboldtschule sind auch dort die Spender noch angekommen. 

Briefe an die Eltern

An die Eltern schickten sowohl Friedhelm Schröder als auch Paul Meurer, Schulleiter des AFG, Briefe an die Eltern mit der Empfehlung, den Kindern Masken mitzugeben. Am AFG kamen gestern 200 Stück an. „Damit können wir Lehrer und Abiturienten versorgen“, sagt Meurer. Für Notfälle hat die Stadt auch Masken für die Schulen zur Verfügung gestellt, obwohl sie als Träger nicht für die notwendige Schutzausrüstung zuständig ist. 

Die Beschaffung liege in den Händen der Schule selbst, sagt Bürgermeister Michael Brosch. Aber er ist erleichtert, dass alles für den heutigen Schulstart geklappt hat. Über die Desinfektionsspender freut er sich. Andere Städte wie Meinerzhagen hätten das Glück nicht gehabt und würden sich mit Flaschen behelfen, die sonst zum Besprühen von Blumen benutzt werden. 

Bis zu 120 Schüler erwartet

Zur Benutzung der Hygienemaßnahmen gibt es in den Schulen ebenfalls Empfehlungen. An den Waschbecken hingen bereits vor den Schulschließungen Infoblätter zum richtigen Händewaschen. Hinzu kommt nun der Gebrauch von Desinfektionsmittel, der nach jeder Unterrichtsstunde beim Verlassen der Klassenzimmer empfohlen wird, so Meurer. Am AFG werden zwischen 30 und 120 Schüler erwartet. Wie viele kommen, wusste man gestern noch nicht, weil die Teilnahme für die Abiturienten keine Pflicht ist. „Wir sind auf alles vorbereitet“, sagt Meurer und bezieht sich auf die Schüleranzahl. Wer nicht kommt, kann auch digital dem Unterricht folgen.

In einem Fall sei es sogar so, dass ein Lehrer nicht in die Schule kommen darf, jedoch trotzdem von zu Hause unterrichten wird. Die Schüler werden dann gegebenenfalls in der Klasse sitzen und beaufsichtigt, während der Lehrer über Videoschaltung unterrichtet. Dafür hat jeder Schüler ein eigenes Endgerät dabei. In der Realschule ist das Erscheinen der Zehntklässler Pflicht. Zur Unterstützung der Lehrkräfte helfen Lehrer von der Humboldtschule aus. An der Sekundarschule kehren heute noch keine Schüler zurück in den Unterricht. 

57 Schüler an der Primusschule

Heute beginnt für 57 Schüler des ersten Abschlussjahrgangs der Unterricht an der Primusschule. Doch von einem normalen Schulalltag sind die Schüler weit entfernt. Schulleiterin Astrid Bangert zeigt auf, was durch die Corona-Krise alles anders ist als sonst. 

Von Montag bis Mittwoch waren die Lehrer und das Schulpersonal gefordert. Ihre Aufgabe bestand darin, die organisatorischen Bedingungen für die Wiederaufnahme des Schulbetriebs zu schaffen. „Wir sind insgesamt in den letzten Wochen sehr gut vernetzt und treffen Absprachen über Microsoft Teams oder andere Plattformen.“ 

Die Kollegen blieben dafür aber bis auf das Personal für die Notbetreuung im Homeoffice, um lange Infektionsketten zu vermeiden. Die Schule wird die entsprechenden Vorgaben wie Raumplanung und Hygienemaßnahmen zunächst einmal umsetzen können. „Für den Jahrgang 10 ist das unproblematisch, solange alle gesund bleiben. Sollten nach und nach weitere Jahrgänge (etwa Jahrgang 4 und 9) dazu kommen, wird es enger. Grundsätzlich läuft bei uns ja auch noch die Notbetreuung weiter, die ab heute für weitere Berufsgruppen geöffnet wird. Hier müssen wir abwarten, welcher Personal- und Raumbedarf dann entsteht. Momentan haben wir drei Betreuungsgruppen, in denen aber immer noch Kapazitäten sind. Das liegt daran, dass die Kinder in ihrem Lerngruppenverband betreut werden müssen.“ Es werde zudem einen reduzierten Stundenrahmen für die Schüler geben, den es zu konkretisieren gelte. Dieser ist auch an die Schülerzahl, die zum Unterricht erscheint, anzupassen. „Es wird in jedem Fall ein Angebot für die Kernfächer geben, die prüfungsrelevant sind. Darüber hinaus werden wir auch noch weitere Fachbereiche mit anbieten.“ 

Weiterhin Lernangebote für Schüler zuhause

Die Schulen sollen darüber hinaus den Schülern weiterhin Lernangebote machen. „Die Schüler der Primusschule sind Profis im selbstgesteuerten Lernen. Wir sind eher traurig, dass nun die Prüfungen nicht zentral gestellt werden.“ Stattdessen sollen die Lehrkräfte der Schulen eine Klassenarbeit schreiben lassen, die stärker auf den tatsächlich erteilten Unterricht Bezug nimmt. Die Fristen können verschoben werden. Auch auf das sonst übliche Abschlussverfahren mit Vornoten und Abweichungsprüfungen wird ausnahmsweise verzichtet.

„Unterricht erteilen soll nur, wer nicht zu einer definierten Risikogruppe gehört“, heißt es vonseiten des Ministeriums. Dazu zählten vor allem ältere und vorerkrankte Lehrkräfte. „Auch bei uns gibt es Kollegen, die zu einer Risikogruppe gehören. Grundsätzlich ist hier ja auch eine Verteilung der Aufgaben zwischen Homeoffice und Unterrichten möglich. Sollten wir krankheitsbedingte Ausfälle kompensieren müssen, wird es schwieriger“, erklärt Astrid Bangert.

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