„Enorme Herausforderungen“

Gehring informiert Sozialausschuss über Flüchtlingssituation in Halver

Halver - 24 Flüchtlinge hat Halver bereits seit Jahresbeginn aufgenommen. Im Jahr 2014 waren es insgesamt 54. Die meisten von ihnen kommen aus Kriegsgebieten wie Syrien, dem Libanon oder dem Irak. Thomas Gehring, Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste, informierte den Ausschuss für Kultur, Soziales und Sport am Mittwoch über die Flüchtlingssituation.

Von Nathalie Kirsch 

Für 2015 erwartet die Stadt etwa 100 Neufälle und 15 Folgeanträge. „Das stellt uns vor enorme Herausforderungen“, sagte Gehring. Eine Grenze, wie viele Flüchtlinge aufgenommen werden können, gebe es aber nicht. „Von 1000 Flüchtlingen bekommt Halver einen“, erläuterte der Fachbereichsleiter. Die Zahl der Flüchtlinge, die Halver zugeteilt werden, hängt somit von der Zahl der Gesamtanträge in Deutschland ab.

Die Frage nach ausreichenden Räumlichkeiten kam seitens der SPD auf. Das Übergangsheim am Bahnweg 6 kann laut Gehring bis zu 100 Personen beherbergen und ist derzeit mit 99 Personen komplett ausgelastet. Die Stadtverwaltung stünde bereits mit der Wohnungsgesellschaft Halver-Schalksmühle in Verhandlungen, um Familien zusätzlich auf dem freien Wohnungsmarkt unterzubringen. Etwa 20 Kinder befinden sich unter den Flüchtlingen, teilte Yvonne Behnke vom Fachbereich Bürgerdienste dem Ausschuss mit. Diese seien zwar schulpflichtig, aufgrund fehlender Sprachkenntnisse sei es jedoch eine Herausforderung für Schulen, den Kindern Deutsch beizubringen.

532.000 Euro habe die Stadt im Jahr 2014 für Flüchtlinge ausgegeben, so Gehring. Davon wurden lediglich 127 000 Euro vom Land erstattet. Mehr als 400 000 Euro hat die Stadt somit für die Flüchtlinge, etwa für Krankenhilfe oder Unterbringung, aufgewandt. „Dieser Zustand ist beklagenswert“, sagte Gehring. Wird ein Flüchtling krank, ist das ein „Kostenfaktor für unseren Haushalt“, ergänzte Bürgermeister Dr. Bernd Eicker. Die Arztkosten tragen die Kommunen.

Um Flüchtlinge leichter zu integrieren, stehe Angelika Schwab, Organisatorin des Flüchtlingstreffs Halver, bereits in Kontakt mit Vereinen, teilte die Ausschussvorsitzende Monika Ebbinghaus mit. Drei Schwerpunkte seien beim ersten Informationsaustausch des Flüchtlingstreffs festgelegt worden. Sogenannte „Integrationslotsen“ sollen die Flüchtlinge begleiten. Auch seien Deutschkurse von großer Bedeutung, ebenso wie ein Begegnungscafé. Um Organisatorisches zu besprechen, kommen Interessierte am Montag, 23. März, zusammen. Zudem sollen Stadtführungen mit Flüchtlingen gemacht werden. Ein mehrsprachiger Stadtplan ist ebenfalls in Planung.

Rubriklistenbild: © dpa

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