Gehörnschau des Hegerings im Kulturbahnhof

120 Geweihe wurden zur Gehörnschau im Kulturbahnhof ausgestellt und jedes einzelne bewertet. Fünf Stunden tagte die Jury. Die Sieger wurden am Abend im Rahmen der Jahreshauptversammlung ausgezeichnet. ▪ Machelett

HALVER ▪ Jagd ist mehr als nur Schießen, Jagd ist auch Naturschutz – dies wurde am Freitag im Rahmen der Gehörnschau des Hegerings Halver deutlich. Auch in diesem Jahr steckten die Halveraner jede Menge Arbeit in die Pflege ihrer Reviere.

„Jagd ist viel mehr als ein Hobby, sie ist so zeit- und auch kostenintensiv, dass es wohl eher eine Passion ist“, erklärt Bernd Volkenrath, Vorsitzender des Hegerings. Und dass die Jagdausübungsberechtigten dieser Passion im vergangenen Jahr ordentlich nachkamen, zeigen die Zahlen. Zu 98 Prozent wurden die Vorgaben aus dem Abschussplan eingehalten. Beim Schwarzwild allerdings ging der Abschuss drastisch zurück. Wurden 2010 noch 173 Wildschweine geschossen, waren es im vergangenen Jahr nur noch 90. „Das liegt vor allem am Wetter, wir hatten keinen richtigen Winter mit Schnee und mondhellen Nächten“, erklärte Volkenrath. Dafür habe es viel Nebel gegeben, „da Schwarzwild nachtaktiv ist, hatten wir da kaum Chancen“. Ein weiterer Faktor sei der verstärkte Anbau von Mais. So gäbe es im Hegering Reviere, die zu einem Drittel aus Maisflächen bestünden. Ganze Wildschweinrotten würden darin verschwinden.

Positiv ist hingegen die Entwicklung beim Rehwild. 325 Stück schreibt der Abschussplan vor. 312 sind zur Jagdstrecke gekommen. Der Abschussplan ist ein behördlich genehmigter Jahresplan, der festlegt, wie viel Wild (differenziert nach Alter und Geschlecht) in jedem Jagdbezirk erlegt werden darf. Je nach Wilddruck wird die Anzahl Tiere zum Abschuss freigegeben, die sonst die Waldflächen oder den Bestand gefährden würden. „Erlegt werden in erster Linie alte oder schwache Tiere“, erklärt Volkenrath. Daher werde auch kein Gehörn bei der Schau mit einer Medaille ausgezeichnet, das beispielsweise von einem Jungtier stammt. „Ziel ist es, den Bestand gesund zu halten. Die starken Tiere, mit guten Vererbungsanlagen werden daher nicht geschossen“, erläutert der Vorsitzende das Prinzip. Dass in diesem Jahr so viel Rehwild auf der Strecke war, liege auch daran, dass die Jäger versucht hätten, den Wünschen der Forst-Betriebsgemeinschaft nachzukommen. Die Waldbauern klagten in der Vergangenheit vermehrt über starke Verbissschäden, insbesondere auf den aufgeforsteten Kyrillflächen.

52 der 312 toten Tiere sind im Straßenverkehr verendet 18 starben eines natürlichen Todes.

Erfreut zeigte sich Volkenrath auch über die Mitgliederentwicklung: „Schlimm wäre es, wenn es nur Ehrungen gebe, dass würde bedeuten, dass wir überaltern. Doch zum Glück können wir auch sieben Jungjäger hier begrüßen.“ Der Hegering habe viel Arbeit in die Nachwuchs- und Öffentlichkeitsarbeit gesteckt. Sei es durch die rollende Waldschule oder den Maderbeauftragten. ▪ lm

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