Reisen in Risikogebiete

Urlaub nehmen in Corona-Zeiten: Arbeitgeber dürfen keine Ziele verbieten

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Halver - Urlaubsreisen in Zeiten der Corona-Pandemie sind ein sensibles Thema. So gehen Arbeitgeber damit um. 

Urlaubsreisen in Zeiten der Corona-Pandemie – ein sensibles Thema. Beliebte Ziele des Massentourismus wie die Türkei oder Ägypten gelten als Risikogebiete. Aber auch Luxemburg und seit Kurzem wieder bestimmte Regionen Spaniens (Aragon, Katalonien, Navarra) sind von dieser Klassifizierung betroffen. 

Im Interview spricht der Rechtsanwalt Peter Seyfried aus Oberbrügge über die arbeitsrechtlichen Aspekte einer Reise in Risikogebiete. Wir haben bei heimischen Arbeitgebern nachgefragt, wie das Thema „Urlaub in Pandemiezeiten“ gehandhabt wird. 

Es gibt einen eindeutigen Trend

Eindeutiger Trend: Eine offene Kommunikation und Appelle an die Vernunft der Mitarbeiter sind das Mittel erster Wahl. Mehrere Firmen ließen Anfragen indes auch unbeantwortet. „Wir sind bislang gut durch die Pandemie gekommen – und das soll so bleiben“, sagt Kerstin Willers, Personalleiterin beim Märkischen Werk Halver (MWH). Bislang gab es beim Weltmarktführer für Komponenten und Zylinderkopfsysteme für große Verbrennungsmotoren keinen Covid-19-Fall im Unternehmen. Willers erlebt die Mitarbeiter im Umgang mit diversen internen Schutzmaßnahmen als „sehr umsichtig“. 

Mit Blick auf Urlaubsreisen empfiehlt die MWH-Geschäftsführung, die Richtlinien des Robert-Koch-Instituts zu beachten. Reiseverbote gibt es nicht, „wir erwarten aber verantwortungsbewusstes Verhalten“, so Willers. Wer in Risikoländer reise – nicht immer sind das bei MWH-Mitarbeitern die klassischen Urlaubsreisen, sondern häufig auch Familienbesuche gerade in Richtung Türkei und Russland –, wurde schon vor der Pflicht zur Testung auf diese Möglichkeit hingewiesen. Wenn sich eine Quarantänezeit nicht vermeiden oder durch Homeoffice-Tätigkeiten ausgleichen lässt, müssen die Mitarbeit unbezahlten Urlaub nehmen. 

Kommunikation mit den Mitarbeitern ist richtig

Kommunikation mit den Mitarbeitern ist auch bei der Escha GmbH an der Elberfelder Straße wichtig. „Vor Beginn der Reisesaison haben wir unsere Mitarbeiter über ein Merkblatt und unterschiedliche hausinterne Kommunikationskanäle auf die Situation aufmerksam gemacht“, so Marketingleiter Florian Schnell. „Wir können und dürfen keine Reiseziele verbieten. Aber wir empfehlen, sich vor Reiseantritt und währenddessen auf den Seiten des Robert-Koch-Instituts zu informieren.“ 

Die RKI-Empfehlungen hat auch Halvers Verwaltungschef, Bürgermeister Michael Brosch, seinen Mitarbeitern ans Herz gelegt. Brosch begrüßt die verbindlichen Corona-Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten. Reiseverbote gibt es in der Halveraner Stadtverwaltung nicht, gleichwohl hält Michael Brosch es für wichtig, über die erhöhten Risiken, die Reisen in bestimmte Länder beinhalten, aufzuklären. Das gelte für gesundheitliche, aber auch arbeitsrechtliche Aspekte wie die Entgeltfortzahlung im Falle einer Quarantäne.

Coronavirus im MK

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