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Gegen Rassismus: Berufskolleg im MK setzt sich ein 

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Von: Frank Laudien

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Die Regionalkoordinatorin von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, Lena Steinbach, übergab das Schild, das die Schule als Mitglied des Netzwerkes auszeichnet an Schulleiter Ulrich Fröndhoff (links) und die Schülervertretung. Norbert Breuer, Geschäftsführer der Firma Otto Fuchs (rechts), steht als Pate dem Projekt zur Seite.
Die Regionalkoordinatorin von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, Lena Steinbach, übergab das Schild, das die Schule als Mitglied des Netzwerkes auszeichnet an Schulleiter Ulrich Fröndhoff (links) und die Schülervertretung. Norbert Breuer, Geschäftsführer der Firma Otto Fuchs (rechts), steht als Pate dem Projekt zur Seite. © Laudien, Frank

„Ab heute werden wir offiziell Mitglied des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage‘“, verkündete Ulrich Fröndhoff, Schulleiter des Eugen-Schmalenbach-Berufskollegs (ESBK) in Halver, am Donnerstag zum Auftakt eines kleinen Festaktes. Alle Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs verfolgten im Atrium und von den Gängen herab die Übergabe der Urkunde und des Schilds, die nun das ESBK auszeichnen.

Halver - Eins der Aufnahmekriterien in das bundesweite Netzwerk ist eine Zustimmungsquote von mindestens 70 Prozent aller Schulmitglieder. An der Halveraner Schule stimmten 90,16 Prozent für die Aufnahme. „Dadurch wurde deutlich, dass es für uns alle ein wichtiges und wesentliches Thema ist“, unterstrich der Schulleiter das überzeugende Ergebnis.

Neues Logo für die Schule

Das neue Logo mit der Aufschrift „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist mehr als nur ein Schild an der Wand des Schulgebäudes. Es ist auch eine Verpflichtung, der Schüler und Lehrer gleichermaßen nachkommen wollen. „Wir tolerieren keinen Rassismus, keine Diskriminierung, und wir werden aktiv an der Gestaltung eines Miteinanders und Zusammenlebens arbeiten, in dem die Menschenwürde geschützt wird, in dem wir die Menschen respektieren, tolerieren, und wir richten ein klares Nein gegen jede Art der Unterdrückung und Herabsetzung“, versprach Fröndhoff.

Es werde in Zukunft noch mehr als bisher die Aufgabe sein, aktiv Zeichen zu setzen und zu sensibilisieren und jegliche Form der Verletzung der Menschenwürde nicht zu tolerieren. Die Themen sollen vermehrt in den Unterricht und in Projekte integriert werden, die Erinnerungskultur solle aktiv gestärkt werden, und auch auf Klassenfahrten soll künftig der Besuch von Gedenkstätten oder das Gespräch mit Zeitzeugen ein noch wichtigerer Bestandteil sein.

Kein Platz für Gewalt, Rassismus und Ausländerfeindlichkeit

Landrat Marco Voge fand anschließend deutliche Worte: „Es ist beschämend, dass wir uns 2022 mit diesem Thema noch so beschäftigen müssen.“ Gerade wegen der deutschen Geschichte wüssten wir doch, wohin das führen könne. „Gewalt, Rassismus und Ausländerfeindlichkeit haben in unserer Gesellschaft keinen Platz“, sagte er und sieht unsere Aufgabe darin, sich „gegen die zu wehren, die das kaputt machen wollen.“ Zum Ende seiner Rede wendete sich der Landrat direkt an die Schüler: „Sie sind unsere Zukunft und tragen dazu bei, dass wir ein besseres Miteinander haben.“

Mabel Rickes, leitende Regierungsschuldirektorin, betonte, dass gerade vor dem Hintergrund des Krieges in Europa ein aktives Eintreten für ein friedliches Miteinander derzeit noch mehr an Bedeutung gewinne. Sie nahm ebenfalls die anwesenden Schüler in die Pflicht: „Schärfen Sie ihre Blicke. Erkennen Sie Rassismus frühzeitig und halten Sie zusammen.“

Einer der bewegendsten Momente der Feier: Schülersprecher Naser Salijaj berichtete von Diskriminierungen.
Einer der bewegendsten Momente der Feier: Schülersprecher Naser Salijaj berichtete von Diskriminierungen. © Laudien, Frank

Still wurde es im Atrium, als die Schülersprecher Lara Jäger und Naser Salijaj vors Mikrofon traten und Salijaj von seinen eigenen Erlebnissen berichtete. Als Elfjähriger sei er mit dem Bus unterwegs gewesen und habe den Halteknopf gedrückt, um auszusteigen. Der Busfahrer hielt jedoch nicht an. Als er nach vorne ging und darum bat, aussteigen zu dürfen, habe der Fahrer ihm nur vor den Kopf geworfen, dass er gar nichts zu sagen hätte, und ihn beschimpft. Seine Eltern hätten den Vorfall bei dem Busunternehmen gemeldet. Bis heute sei jedoch keine Rückmeldung gekommen.

Es ist beschämend, dass wir uns 2022 mit diesem Thema noch so beschäftigen müssen.

Marco Voge Landrat

Lena Steinbach, Regionalkoordinatorin des Netzwerks, übergab schließlich das begehrte Schild an den Schulleiter, die Schülervertretung und an Norbert Breuer, Geschäftsführer der Firma Otto Fuchs, die als Schulpatin die Aktion unterstützt. 3800 Schulen seien bereits Mitglied in dem Netzwerk, verriet Steinbach. In ganz NRW gebe es bereits 1100 Schulen gegen Rassismus. Das ESBK sei bereits die 24. teilnehmende Schule aus dem Märkischen Kreis. Dies mache deutlich, dass Rassismus, Mobbing und Gewalt keine Zukunft haben sollen. Das Schild, das sie übergibt, sei nicht nur ein Symbol nach außen, sondern auch ein Auftrag an sich selbst. Es sei keine Auszeichnung für bisherige Projekte, sondern eine Verpflichtung für die Zukunft. „Tretet Menschen gegenüber, die anderen nicht die gleichen Rechte zugestehen, wie sich selbst.“

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