Forderung nach Gastrasse wird lauter

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Bis zu 60.000 Küken werden jedes Jahr am Kreisch großgezogen. Die Jungtiere benötigen in der Frühphase Temperaturen von bis zu 35 Grad. Entsprechend hoch ist der Energiebedarf, den der Familienbetrieb gerne mit Gas decken würde.

Halver - Auf dem Geflügelhof Gieseker am Kreisch im Halveraner Norden will man die Entscheidung gegen eine Gastrasse durch die Enervie Vernetzt GmbH nicht unkommentiert stehen lassen.

Johannes Johanngieseker kündigt im Gespräch mit dem Allgemeinen Anzeiger an, sich direkt an den Vorstand der Westnetz beziehungsweise der Essener RWE zu wenden. 

Denn die Entscheidung ist nach Auskunft von Wieland Dierks, zuständig für Unternehmenskommunikation, gegen ein Engagement mit Gas in diesem Bereich gefallen. Wirtschaftliche Gründe sprächen dagegen. Und Dierks erinnert daran, dass Westnetz zurzeit massiv in Halver investiere. Denn Innogy, das hinter dem Unternehmen steht, verlege zurzeit bekanntlich 27 Kilometer Leerrohre für Glasfaserkabel im höheren Millionenbereich. 

Hintergrund für die Verärgerung Johanngiesekers ist der in wenigen Wochen bevorstehende Baustart für eine Versorgungstrasse vom Lieder-Baumarkt über Edelkirchen bis Ober Vahlefeld, um die Versorgung mit Strom in den dortigen Ortslagen zu verbessern und dort erzeugte regenerative Energie aufnehmen zu können. 

An dieser Trasse, so die Überlegung, könnten sich auch weitere Versorger beteiligen. Auch Innogy wird im Zuge der Arbeiten Glasfaser legen. 

Bei den Stadtwerken Halver sind die Überlegungen noch nicht abgeschlossen, ob man sich mit einer Wasserleitung beteiligen würde, wie Geschäftsführer Markus Tempelmann gestern sagte. Für Johanngieseker ist der Verzicht der Westnetz GmbH unglücklich und wenig nachvollziehbar. 

Der Betrieb am Kreisch ist enorm energiehungrig. Rund 60 000 Liter Heizöl benötigt der Hof jedes Jahr. Ein mächtiger Brenner zieht das Öl aus einem 25 000 Liter fassenden Tank – mitten im Wasserschutzgebiet der Ennepe-Talsperre. Grund für den hohen Bedarf sind im Wesentlichen etwa 60 000 Küken, die in der frühen Phase der Aufzucht Temperaturen von 35 Grad benötigen, bis sie ab dem Frühjahr frei auf den Wiesen laufen können.

Der Hof benötige diese Versorgungssicherheit, sagt Johanngieseker, der auch mit Blick auf die strengen Umweltauflagen gerne auf das ökologisch bessere Gas umsteigen würde. Die bisherigen Anfragen bei der Westnetz GmbH sind allerdings erfolglos geblieben. Einen Anschluss mit 1000 Kilowattstunden Leistung hatte der Betrieb beantragt. 

Eine Reaktion darauf blieb so gut wie aus. Bis auf eine Eingangsbestätigung und eine Auftragsnummer hat Johanngieseker bislang nichts in der Hand.

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