Erinnerungskultur erhalten

Auf dem evangelischen Friedhof legten Bürgermeister Dr. Bernd Eicker und seine Stellvertreter einen Kranz nieder.

HALVER ▪ Literarische Texte, Klaviermusik und Reden bestimmten am Sonntag die Gedenkfeier zum Volkstrauertag in der Lindenhofschule. Im Foyer der Grundschule wagte die stellvertretende Bürgermeisterin Regina Reininghaus einen Blick zehn Jahre in die Zukunft – verbunden mit der Hoffnung, dass die Erinnerungskultur am Volkstrauertag dann noch bestehe.

„Denn der Wunsch nach Frieden, der wird immer aktuell bleiben“, so Reininghaus. Doch um Frieden zu schaffen, brauche es auch die Erinnerung. So sei es wichtig, diesen Tag der Trauer aufrecht zu erhalten, auch wenn in zehn Jahren wahrscheinlich keine Zeitzeugen mehr vor Ort seien. Reininghaus erinnerte in ihrer Ansprache nicht nur an die Opfer der Weltkriege, sondern an alle Menschen, die vertrieben, verletzt, verfolgt, gequält und getötet worden seien. „Jedes ein individuelles Schicksal. Und jeder von ihnen hätte Trost und Mitleid bedurft“, so Reininghaus.

Die stellvertretende Bürgermeisterin mahnte darüber hinaus, rechtem Gedankengut keinen Platz zu lassen in der deutschen Gesellschaft. Man müsse wachsam bleiben und sich gegen Hass und Gewalt stellen. Dazu sei es aber auch wichtig, die Sorgen der Menschen um die Zukunft ernst zu nehmen. Insbesondere Kindern müsse man Bildungs- und Zukunftschancen bieten, so dass jeder im Alltag seinen Platz in der Gesellschaft finde, so Regina Reininghaus, die vor der Gedenkveranstaltung bereits zur Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal in Schulten Hedfeld gesprochen hatte.

Mit zwei Klavierstücken, vorgetragen von Jonas Steinbacher und Lara Kuhn von der Musikschule Volmetal, wurde die Veranstaltung musikalisch untermalt. Darüber hinaus trug die AFG-Schülerin Vanida Schwing ein Gedicht von Wolfgang Bauer und eines der Schüler der Dannewerk Realschule zum Volkstrauertag vor.

Im Gegensatz zu den Vorjahren wurde gestern nach der Veranstaltung kein Kranz am Ehrendenkmal im Hohenzollernpark abgelegt, da das Mahnmal nach dem Sturmschaden noch nicht wieder restauriert werden konnte. So legten Bürgermeister Dr. Bernd Eicker sowie seine Stellvertreter Regina Reininghaus und Kurt Dietrich Neuhaus den Kranz am russischen Ehrenmal auf dem evangelischen Friedhof ab.

Dort erinnerte Dr. Bernd Eicker an die Opfer von Krieg, Nationalsozialismus, Hass, Vertreibung, Gewalt und Unmenschlichkeit. Doch das Leben stehe im Zeichen der Hoffnung auf Frieden, so Eicker. Musikalisch begleitet wurde die Kranzniederlegung von Lukas Berner an der Trompete. Der Bürgermeister hatte zuvor bereits mit der Reservistenkameradschaft Halver, Mitgliedern der Feuerwehr sowie des Geflügelzuchtvereins am Ehrenmal an der Susannenhöhe zwei Kränze niedergelegt.

Auch dort gedachte Eicker mit den Anwesenden allen Opfern von Gewaltherrschaften und Krieg. Zudem mahnte der Bürgermeister, dass Krieg und Konflikte, selbst 67 Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges, immer noch aktuell seien, was die Ereignisse im Nahen Osten zeigen würden. Er bedachte auch die Soldaten, die sich aktuell in Konflikten engagierten. Derzeit ist ein Halveraner Reservemitglied im ehemaligen Jugoslawien stationiert. Zum Ende des Gedenkens erklang an der Susannenhöhe die Nationalhymne. ▪ svh/bf

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