Chemikalien aus Haus an Heerstraße bald entsorgt

In Schutzanzügen untersuchten Feuerwehrleute am Freitag den Keller des Hauses an der Heerstraße. ▪ Archivfoto: Beil

OBERBRÜGGE ▪ Im Laufe dieser Woche soll das Entsorgungsunternehmen Lobbe die Chemikalien, die ein Hausbesitzer vergangene Woche im Keller seines Anwesens fand, abtransportieren und auswerten.

Ob sich der vormalige Besitzer des Hauses an der Heerstraße mit der Lagerung der Chemikalien strafbar gemacht hat, ist dagegen nach Aussage Lutz Eickers, Leiter des Ordnungsamtes, derzeit noch ungewiss.

Hintergrund:

Chemikalienfund löst Großeinsatz aus

„Dass dort so viele chemische Stoffe gelagert waren, ist zunächst einmal makaber, stellt aber aktuell noch kein Vergehen dar“, sagte Eicker gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Ein Straftatbestand läge dagegen dann vor, wenn es sich bei den Stoffen um solche handle, die „man als Privatperson nicht besitzen“ dürfe. Dass der vormalige Besitzer der Immobilie offenbar ein privates Labor eingerichtet hatte, sei weder dem Ordnungsamt noch den Anwohnern bekannt gewesen. „Wir hätten das nicht genehmigt. Und die Anwohner waren am Freitag erschrocken, dass sie eventuell auf einem Pulverfass sitzen könnten“, so Eicker.

Der Fund des neuen Hausbesitzers hatte einen Großeinsatz von Feuerwehr, Polizei, Ordnungsamt und Rettungssanitätern ausgelöst. Zudem war die Verbindungsstraße zwischen Halver und der B 54 stundenlang gesperrt worden. Fünf von sieben Kellerräumen des Anwesens an der Heerstraße waren voll gestellt mit diversen Chemikalien, die in kleinen Gefäßen, Gläsern, Kanistern und Fässern gelagert worden waren.

Um welche Stoffe es sich im Einzelnen handelt, wollten weder Eicker noch Stadtbrandinspektor Stefan Czarkowski offen legen. „Es war – abgesehen von strahlenden und chemischen Kampfstoffen – die ganze Bandbreite an Chemikalien dabei, unter anderem Säuren und Laugen“, sagte Czarkowski. Unter anderem könne Explosionsgefahr bestanden haben.

Alle Stoffe seien den Rettungskräften, darunter der ABC-Erkundungstrupp der Freiwilligen Feuerwehr Herscheid und Messtechniker der Meinerzhagener Wehr, nicht bekannt gewesen – auch aus dem Grund, dass einige Behältnisse mit Gebinden, Mischungen unterschiedlicher chemischer Stoffe, gefüllt gewesen seien.

„Mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln haben wir sicher stellen können, dass keine Chemikalien ausgetreten sind“, sagte Czarkowski. Die vorgenommenen Messungen hätten gezeigt, dass sich in den Räumen keine Gase oder Gemische gebildet hätten, bestätigte Lutz Eicker. ▪ Sven Prillwitz

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