Preisangaben-Verordnung als „Schutz der Bürger“

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Durch das Bundesgesetz soll den Endverbrauchern, nicht nur im Einzelhandel, eine Preis-Transparenz und die Möglichkeit zum direkten Vergleich garantiert werden.

Halver - „Ich nutze die Detailangaben bei jedem Einkauf. Dadurch spare ich“, sagt Oliver Dallmann. Durch die Preisangaben-Verordnung sind Einzelhändler und Dienstleistungsanbieter verpflichtet, ihre Waren oder Leistungen vergleichbar auszuzeichnen. Die Einhaltung dieses Gesetzes kontrolliert die Stadt Halver.

Deren Mitarbeiter sind verpflichtet - auch bei Beschwerden der Bürger - tätig zu werden. Zuständig ist hierfür Johann Klaßmann vom Fachbereich Bürgerdienste. Er kontrolliert in regelmäßigen Abständen die Auslagen der Geschäfte und dokumentiert mögliches Fehlverhalten. „Es dient dem Schutz der Bürger. Sollte sich ein Händler nicht an das Gesetz halten, ist das eine Ordnungswidrigkeit, die als Anfangsdelikt 50 Euro Bußgeld kostet“, sagt Klaßmann. Bei weiteren Verstößen sind Bußgelder bis zu einer Höhe von 25 000 Euro möglich.

Auf den Etiketten müssen - zu den Bruttopreisen - auch Grundpreisangaben wie „Preis pro Liter“ oder „Preis pro Kilogramm“ deutlich zu lesen sein. Ausgenommen sind hierbei Waren und Dienstleistungen, die primär stück- oder stundenweise - zum Beispiel Ananas oder Parkgebühren - angeboten werden.

Die Angaben müssen laut der Verordnung für die Konsumenten „im Stehen gut sichtbar“ ausgezeichnet und eindeutig zuzuordnen sein. Die Stadt Halver sei bereits bei der Einführung des Gesetzes in den Dialog mit den Gewerbetreibenden gegangen. „Es gab bisher keine großen Probleme. Die Halveraner Händler sind in dem Punkt von Anfang an sehr bemüht gewesen, die Vorgaben korrekt umzusetzen“, so der Mitarbeiter der Stadtverwaltung.

„Herr Klaßmann war zu Beginn des Jahres noch hier im Geschäft und hat eine Kontrolle durchgeführt“, sagt Olaf Böhl. Diese sei allerdings gar nicht nötig, findet Böhl, denn die Kunden würden auf die Vergleichsmöglichkeiten gar nicht mehr verzichten wollen, ist sich der Filialleiter des Kaufparks sicher.

Bestätigen kann dies die Halveranerin Helga Niesler, die sich oft die Detailangaben an den Verkaufsregalen durchliest. „Über die Preisverordnung ist mir schon die ein oder andere Mogelpackung aufgefallen“, sagt Niester, die die Erkenntnis gewonnen hat: „Größere Verpackungen sind nicht automatisch billiger“.

„Ich habe früher schon die Preise im Kopf überschlagen. Gerade bei Lebensmitteln und Hygieneartikeln gibt es große Preisspannen“, meint Angelika Hartel. Dass die Preisangaben-Verordnung eine Verpflichtung für die Händler ist, hat die Rentnerin bisher nicht gewusst. Sie findet das Gesetz und die Kontrolle der Behörden aber sinnvoll. „Die vorgeschriebenen Grundangaben kommen mir eigentlich bei jedem Einkauf zu Gute. Diese Regelung ist ein wirklich sehr hilfreicher Service für die Bürger.“

Oliver Dallmann kennt das Bundesgesetz und ist sehr froh über die Vorgabe, welche die Preis-Transparenz für die Kunden sichern soll. Der 44-Jährige hat im direkten Preisvergleich ein großes Sparpotential erkannt. Er nutzt diese Vergleichsmöglichkeiten bereits seit Jahren.

„Bei der ganzen Kontroll- und Gesetzesflut in den letzten Jahren ist das ein sehr gutes Gesetz, dass für jeden Endverbraucher sinnvoll ist. Es ist auch beruhigend zu wissen, dass die Stadt hierbei eine Kontrollpflicht besitzt“ , sagt Dallmann.

Von Benny Finger

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